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Stimuluskontrolle

 
     
   
1) einer von fünf Technikbereichen der Verhaltenstherapie. Wesentliches Prinzip dieser Gruppe von Interventionen ist die Konfrontation mit den auslösenden Situationen ("Stimuluskontrolle"), die sowohl in der Vorstellung als auch in den realen Situationen erfolgen kann. Stimuluskontrolle ist ähnlich der Konsequenzkontrolle des Verhaltens eine wesentliche therapeutische Technik der Verhaltenstherapie. Unter Stimuluskontrolle versteht man jede Art von Beeinflussung des beobachtbaren oder verdeckten Verhaltens durch das geplante Aufsuchen, Vermeiden oder Verändern der Reizbedingungen, die dem Zielverhalten vorausgehen. Stimuluskontrolle sollte nur im Rahmen einer, auf einer Problemanalyse fußenden, psychotherapeutischen Gesamtstrategie angewendet werden. Die Stimuluskontrolle stellt häufig ein Teil der Verfahren zur Selbstkontrolle des Patienten dar. Sie wird häufig in Kombination mit operanten Verfahren, Selbstinstruktion, Selbstbeobachtung und Problemlösetraining vom Patienten selbständig durchgeführt. Für folgende psychische Störungen ist die Stimuluskontrolle indiziert: Süchte, geistige Behinderung, Erziehungsprobleme, Leistungs- und Schlafstörungen, Depressionen, Zwangsstörungen oder Partnerkonflikte (Systemische Therapie). Bei sehr schweren psychischen Störungen werden Stimuluskontrolltechniken in späteren Phasen der Therapie eingesetzt. Eine idealtypische Stimuluskontrolle für maßloses Eßverhalten von Schokolade kann folgendermaßen aussehen: Schritt 1: Identifiziere ungünstige Situationen, die dem Problemverhalten vorausgehen (vor dem Fernseher große Mengen Süßigkeiten essen). Schritt 2: Vermeide Situationen, die das Problemverhalten auslösen. Vereinbare interne oder externe Warnsignale. Unterbreche die Situations- Verhaltenskette (Fernsehen und Süßigkeiten essen) früh. Schritt 3: Begib dich in Situationen, die das gewünschte Zielverhalten auslösen (z.B. Fernseher ausschalten und eine gute Freundin anrufen oder besuchen). Schritt 4: Gib dir Zeit für diese Übungen; Dokumentiere deine Erfolge und Mißerfolge; Lobe und belohne dich für deine Erfolge.

2) In der Schmerztherapie sollen schmerzauslösenden Stimuli identifiziert, beseitigt, ausgeschlossen bzw. vermieden werden. Beispielsweise kann der Gedanke an das Auftreten einer Migräneattacke (Stimulus i.S. von "Erwartungsängsten") durch einen Gedankenstop (innerliches "Stop"-Sagen) beseitigt werden. Ebenso kann die Stimuluskontrolle für den Aufbau erwünschten Verhaltens eingesetzt werden, indem bestimmte Stimuli vereinbart werden, die zur Ausübung eines Verhaltens anhalten (z.B. Klebepunkte an verschiedenen Gegenständen signalisieren, daß eine Entspannungsübung durchgeführt werden soll).


 
     
 
 
 
     
 
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