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Entspannungstechniken

 
     
   
können keine Psychotherapie im eigentlichen Sinne ersetzen. Sie bieten aber durch Abbau von körperlichen Spannungszuständen einen ersten Zugang zum eigenen Körper und seinen Verspannungen. Durch Erlernen der Entspannung kommt es - bei ausreichender Übung - relativ schnell zu sehr positiven Ergebnissen, die sich auch auf den ganzen psychischen Zustand des Betroffenen positiv auswirken können. Insofern können Entspannungsübungen auch als erster Zugang zu einer Körper-Therapie angesehen werden. Bei den zwei häufigsten Entspannungsverfahren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training) werden folgende Techniken eingesetzt:

1) Progressive Muskelentspannung: Das Funktionsprinzip ist sehr einfach: Eine Muskelgruppe kann am schnellsten und einfachsten entspannt werden, wenn sie vorher willentlich angespannt wurde. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, den Klienten durch die einzelnen Muskelgruppen zu führen und ihn zu animieren, sich auf die Entspannung begleitenden Empfindungen zu konzentrieren (Wärme, Kälte, Leichtigkeit, Kribbeln etc.). Dabei sollen sowohl positive als auch negative Empfindungen wahrgenommen werden und die einzelnen körperlichen Zustände während des Übens voneinander abzugrenzen und dadurch den Körper und seine Empfindungen besser kennenzulernen. In der "Oberstufe" wird die Muskulatur nicht mehr an-, sondern gleich entspannt. Dies erreicht der Übende dadurch, daß er sich an das "Gefühl der Entspannung" erinnert. Durch dessen "Aktivierung" wird der gleiche Effekt erzeugt, als würde die Muskulatur vorher angespannt werden.

Das ursprüngliche Verfahren von Jacobson war ausgesprochen lang (über 50 Sitzungen). Heute werden modifizierte (verkürzte) Versionen angewendet (Bernstein & Borkovec, 1997).

2) Autogenes Training: Während das Grundprinzip der Progressiven Muskelentspannung ein "mechanisches" An- und Entspannen der Muskulatur ist, wird beim Autogenen Training mit suggestiven Formeln gearbeitet. Dahinter steht das sogenannte "ideodynamische Prinzip" (Peter & Iost-Peter, 1998), nachdem intensive Vorstellungen dazu tendieren, sich zu verwirklichen. Beispiele solcher Formeln sind:

Schwere: "...die rechte Hand ist ganz, ganz schwer...angenehm schwer..."

Wärme: "...linke Hand ist angenehm warm..."

Atemübung: "...es atmet mich..."

Stirnkühle: "...Stirn angenehm kühl..."

Literatur

Bernstein, D.A. & Borkovec, T.D. (1997). Entspannungs-Training: Handbuch der Progressiven Muskelentspannung (8. Aufl.). München: Pfeiffer.

Peter, B. & Iost-Peter, A. (1998). Entspannungsverfahren. In C. Kraiker. & B. Peter, (Hrsg.), Psychotherapieführer. München: Beck.


 
     
 
 
 
     
 
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