A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

Prüderie

 
     
  übertriebene Schamhaftigkeit, vor allem die schroffe Abwehr alles Sexuellen. Sie ist das Ergebnis einer Erziehung, die im Namen einer rigorosen Moral jeden Ausdruck der Triebeunterdrücken will, aber auf die Unüberwindbarkeit eben dieser Triebe stößt. Daraus entsteht eine Unsicherheit, die mit sturem Gehorsam gegenüber allen Tabus verdeckt werden soll. Durch ihre Übertriebenheit entlarvt sich die Prüderie als Reaktion auf die eigene Triebhaftigkeit. Im Extrem erstreckt sich die Prüderie auf alles, was auch nur entfernt an die Sexualität erinnert. In dem Umfang der Abwehr zeigt sich wie auf einem Negativbild die Reichweite der sexuellen Strebungen. Der Prüde spürt unbewußt, wie verführbar er ist; deshalb möchte er, daß auch alle anderen sich an die Verbote halten, denen er sich unterworfen hat. Er wird zum Sittenschnüffler und Sittenrichter, am Ende gar zum Verfolger jeglicher Freiheit.  
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
PRQ
Prüfstrategien sequentielle
 
     
     
 

Auf diese Seite ein Bookmark setzen:

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : internales Arbeitsmodell | Übungen massierte | Psychoanalytic Dialogues
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2006-2009 All rights reserved. Psychologie Lexikon