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Rosenhan-Experimente

 
     
   
nach dem amerikanischen Psychologen David L. Rosenhan benannte unterschiedliche psychologische Experimente, die 1973 weit über die Fachwelt hinaus Aufsehen erregten. Variante 1) Fünf gesunde Männer und drei Frauen verschafften sich dadurch den Status von Psychiatriepatienten, daß sie den Ärzten erklärten, sie würden Stimmen hören (die Worte “leer", “hohl" und “dumpf"). Sie berichteten von diesen Symptomen lediglich beim Aufnahmegespräch und verhielten sich dann so “normal” wie möglich. Die Pflegeberichte in insgesamt 12 psychiatrischen Krankenhäusern registrierten sie als “freundlich" und “kooperativ"; trotzdem wurden sie von den Psychiatern nicht als Pseudopatienten “entlarvt” (obwohl während der ersten drei Aufenthalte 35 von 118 Patienten der Aufnahmestation den Verdacht äußerten, daß es sich um keine echten Patienten handeln könne) und waren zwischen 7 und 52 Tagen hospitalisiert (19 Tage im Durchschnitt). Alle wurden mit der Diagnose "abklingende” Schizophrenie entlassen. Variante 2) Wird in der Psychiatrie jemand als "abnormal" abgestempelt, so gelten auch normale Tätigkeiten, wie etwa das Anfertigen von Notizen, für das Personal als Ausdruck dieser Störung. Einmal als "abnormal" abgestempelt, werden die "normalen" Anteile einer Person nicht mehr gesehen. 2) Rosenhan kündigte psychiatrischen Krankenhäusern an, innerhalb der nächsten drei Monate kämen ein oder mehrere Pseudopatienten. Das Ergebnis: Etwa zwischen 10 und 20 Prozent tatsächliche Patienten, die in diesem Zeitraum eingeliefert wurden, wurden von Pflegekräften und Psychiatern als Pseudopatienten “entlarvt".


 
     
 
 
 
     
 
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