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Psychiatrie

 
     
   
»Seelenheilkunde«, im engeren Sinne die Erforschung und Behandlung schwerer seelischer Krankheiten, die einen zeitweisen oder dauernden Aufenthalt des Patienten in einer besonderen Anstalt erfordern. Die Psychiatrie wendet sich eher den Psychosen und sogenannten Geisteskrankheiten als den Neurosen, Perversionen oder psychosomatischen Leiden zu. Sie ist nur teilweise eine Psychotherapie in dem Sinne, daß sie psychische Mittel einsetzt. Sie geht vor allem von körperlichen Befunden aus und benutzt Methoden wie Elektroschock oder sogar Operation zum Beispiel des Gehirns usw. Neuerdings bedient sie sich in steigendem Maße psychisch wirksamer Medikamente, der Psychopharmaka. Die >klassische< Psychiatrie fand die Psychosen unverstehbar und einzig in der Anlage und Vererbung begründet. Unter dem Einfluß der Tiefenpsychologie beginnt man, den Sinnzusammenhang auch der Psychosen zu erkennen, ihre Verwandtschaft mit leichteren seelischen Störungen oder sogar normalen Vorgängen wie dem Traum zu sehen und auch den Einfluß des Erlebens auf die Entwicklung der Krankheit zu beachten. In den Vereinigten Staaten ist diese Psychiatrie weiter fortgeschritten als in Europa oder speziell in der Bundesrepublik.Nervenheilkunde; auf seelisch-geistige Störungen angewandter Zweig der Medizin. Die Hauptaufgaben eines Psychiaters liegen in der klinischen Behandlung schwerer seelischer Störungen (Psychosen) mit Hilfe von Psychopharmaka und in der diagnostisch-therapeutischen Betreuung der Bevölkerung. Nur eine kleinere Zahl von Psychiatern ist vorwiegend psychotherapeutisch tätig. Der Psychiater oder Nervenarzt verfügt über einen medizinischen Hochschulabschluß und bildet sich anschließend an verschiedenen Krankenhäusern zum Facharzt für Nervenheilkunde weiter. Er schätzt die Schwere seelischer Störungen ab (beurteilt etwa, ob ein Kranker durch Selbstmordneigung sich selbst gefährdet oder für andere gefährlich ist, so daß er in ein Nervenkrankenhaus gebracht werden muß) und stellt psychiatrische Diagnosen (wie Alkoholismus, Schizophrenie, Depression, Neurose, Psychopathie), aus denen die Möglichkeiten einer Behandlung abgeleitet werden können. Der für Kassenpatienten zuständige, niedergelassene Nervenarzt ist meist schon allein aus Zeitgründen nicht in der Lage, selbst längere Behandlungen mit Psychotherapie durchzuführen. Er überweist in solchen Fällen den Kranken (falls er seine Psychotherapie für aussichtsreich hält, was ein wesentlicher Teil seiner Beurteilung eines Krankheitsbildes ist) an einen psychotherapeutisch tätigen Arzt oder Psychologen. In den meisten Fällen wird ein Nervenarzt zunächst versuchen, einem Patienten mit Psychopharmaka zu helfen, die er mit beratenden Gesprächen (Beratung) verbindet.
 
     
 
 
 
     
 
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