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Kraepelin

 
     
   
Emil, 1856-1926, deutscher Psychiater und Psychologe, bedeutender Wundt-Schüler. 1878 Promotion in Medizin in Würzburg, 1882 Habilitation in Leipzig, 1886-1891 Professor für Psychiatrie in Dorpat, 1891-1904 an der Universität Heidelberg und 1904-1922 an der Universität München, 1917 Gründung der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie (heute Max-Planck-Institut für Psychiatrie) in München. Die Bedeutung Kraepelins für die klinische Psychiatrie ist immens. Sein Klassifizierungssystem der psychischen Krankheiten, dargestellt im Compendium der Psychiatrie (1883, seit der 2. Auflage 1887 Psychiatrie. Ein Lehrbuch für Studierende und Aerzte) war richtungsweisend. Er führte die Krankheitsbezeichnungen Dementia praecox (später von E. Bleuler als Gruppe der Schizophrenien bezeichnet) und manisch-depressives Irresein ein. In Leipzig arbeitete Kraepelin im Laboratorium W. Wundts und wurde von dessen Experimentalpsychologie stark beeinflußt. Er errichtete nach Leipziger Vorbild Laboratorien in Heidelberg und München. Kraepelin gilt als Begründer der experimentellen Psychopharmakologie, er untersuchte z.B. die psychische Beeinflussung durch Alkohol. Ergebnisse seiner Forschungen und seiner Schüler gab er ab 1894 in den Psychologischen Arbeiten heraus. 1902 erschien Die Arbeitskurve, Kraepelins einflußreiche Untersuchung über den Verlauf der Arbeitsleistung, bei der er die Methode des fortlaufenden Addierens (Addiermethode, von R. Pauli zum Pauli-Test weiterentwickelt) anwandte. Neben der Arbeitsmedizin galt sein Interesse der Schulpsychologie (Zur Überbürdungsfrage, 1897).

Literatur

Hoff, P. (1994). Emil Kraepelin und die Psychiatrie als klinische Wissenschaft. Ein Beitrag zum Selbstverständnis psychiatrischer Forschung. Berlin: Springer.

Kraepelin, E. (1983). Lebenserinnerungen. Berlin: Springer.


 
     
 
 
 
     
 
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