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Psychopathie

 
     
   
Griechisch für «Seelenleiden»; vieldeutiger Begriff, der in verschiedenen Einteilungen der Psychiatrie auch verschieden verwendet wird. Seine Hauptbedeutungen sind: 1. Seelische Abnormität, die auf einem erblichen Defekt beruht und dazu führt, daß der Psychopath entweder selbst leidet oder andere leiden macht (herkömmliche Auffassung der Psychiatrie). 2. Störungen der Persönlichkeit, die im Gegensatz zur Neurose nicht als fremd und dem eigenen Ich zuwider empfunden, sondern von den Betroffenen als unveräußerlicher Bestandteil des eigenen Charakters («ich-synton») akzeptiert werden. Diese Störungen sind neben Erbeinflüssen auch durch Umweltbedingungen in der frühen Kindheit zustande gekommen und auch therapeutischen Maßnahmen zugänglich, wobei allerdings die bei Neurosen üblichen Methoden der Behandlung geändert werden müssen. Die frühere «Erbtheorie» der Psychopathie führte die häufig ebenfalls ähnlich gestörten Eltern von Psychopathen als Beweis an. Doch läßt sich in einem solchen Fall die Ähnlichkeit zwischen den Generationen leicht durch einen Mangel an gesunden Identifizierungen in der Kindheit erklären. In der angelsächsischen Literatur wird der Psychopathie-Begriff weitgehend auf «Soziopathie» eingeengt, worunter man Menschen versteht, die durch einen Mangel an Bindungsfähigkeit, echter Zuneigung und der Fähigkeit, Bedürfnisse aufzuschieben, gekennzeichnet sind. Diese Psychopathen schwören, sich zu bessern, und halten sich nie daran; sie lügen hemmungslos, können einen beträchtlichen Charme entwickeln, scheitern aber immer wieder an für andere belanglosen Hindernissen, hinter denen bei gründlicher Beobachtung ihre mangelnde Fähigkeit zu einer sinnvollen Lebensgestaltung und zu engeren menschlichen Bindungen hervortritt.
 
     
 
 
 
     
 
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