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Situatives Interview

 
     
   
spezifische Form strukturierter Interviews (nach Latham), die zur Personalauswahl eingesetzt wird. Sie ist aus einer Mehrzahl gleichartiger Fragen zusammengestellt. Hierbei wird jeweils eine erfolgskritische Arbeitssituation geschildert (Ausgangsmaterial ist die Sammlung von critical incidents); anschließend wird der Bewerber gefragt, wie er in der betreffenden Situation handeln würde. Man kann diese Prüfungsform also gewissermaßen als "mentale Tätigkeitssimulation" ansehen, bei hohem Erfahrungsanteil auch als "Wissensarbeitsprobe". Die Antworten der Bewerber werden mit vorgegebenen Skalenverankerungen verglichen und sofort eingestuft. Aus den Ergebnissen mehrerer situativer Fragen wird erst nach Abschluß des Interviews ein Gesamtwert gebildet. Das Situative Interview basiert auf der Zielsetzungstheorie, die annimmt, daß Intentionen verhaltenssteuernd wirken und ein guter Prädiktor realen Verhaltens sind. Das Situative Interview hat wesentlich zur Verbreitung strukturierter Interviews in der Berufseignungsdiagnostik beigetragen und wird heute in einer Vielzahl von Fällen zur Personalauswahl angewandt. Seine prognostische Validität liegt erheblich über der unstrukturierter Interviews und erreicht durchschnittlich die gleiche Höhe wie die guter Tests und Arbeitsproben.


 
     
 
 
 
     
 
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