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Sprachwahrnehmung

 
     
   
die Zusammenfassung von Wahrnehmungsphänomenen, die sich darauf beziehen, wie auf der Basis eines akustischen Sprachsignals eine phonetische Repräsentation gebildet wird. Das Grundproblem für ein theoretisches Verständnis der Sprachwahrnehmung ist, die komplexe Beziehung zu verstehen, die zwischen dem akustischen Signal und der Abfolge von Vokalen und Konsonanten, welche die lexikalischen Einheiten einer Sprache definieren, besteht. Die extrem große Variabilität von akustischen Eingangsignalen, die zu derselben kategorialen phonetischen Repräsentation führen, und die hohe Kontextabhängigkeit dieser Repräsentation bei identischem akustischen Eingangssignal machen es wenig wahrscheinlich, daß sich diese Beziehung allein dadurch verstehen läßt, daß man durch eine physikalische Analyse auf der Ebene des auditiven Inputs nach invarianten Sprachsignalmerkmalen sucht. Auch wenn bislang wenig über die Natur der Wahrnehmungsmechanismen bekannt ist, die der Sprachwahrnehmung zugrunde liegen, so sprechen viele Befunde dafür, daß die wesentlichen Mechanismen der Sprachwahrnehmung sprachspezifisch sind, d.h. sich nicht alleine aus Eigenschaften des allgemeinen auditiven Systems herleiten lassen. Hierzu zählen neben Befunden zur Abhängigkeit der Sprachwahrnehmung von semantischen und syntaktischen Eigenschaften des Sprachverstehens auch entwicklungspsychologische Befunde, denen zufolge bereits wenige Wochen alte Säuglinge eine dem Erwachsenen vergleichbare Kategorisierungsleistung bei der Sprachwahrnehmung aufweisen (Sprache, Sprachproduktionssystem).


 
     
 
 
 
     
 
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