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Spranger

 
     
   
Eduard, 1882–1963, deutscher Psychologe und Pädagoge, gilt als Hauptvertreter der modernen Kulturphilosophie und Kulturpädagogik. Er lehrte ab 1911 als Professor in Leipzig, ab 1920 in Berlin und ab 1946 in Tübingen. In der Tradition von Wilhelm Dilthey vertrat er den Ansatz einer beschreibenden und Verstehenden Psychologie, die nicht wie die empirisch naturwissenschaftliche Psychologie die Elemente psychischer Prozesse untersucht, sondern den objektiven Geist, seinen Einfluß auf die Kultur und die Psyche zum Gegenstand hat und aufgrund der überseelischen Eigenart des Geistigen letztlich in der Metaphysik mündet. Zu Sprangers Werk gehören historische Forschungen über Wilhelm von Humboldt, theoretische Arbeiten über die Polarität von erlebender Seele und objektivem Geist sowie zahlreiche schul- und bildungspolitische Beiträge, in denen er sich mit dem Zusammenhang von Allgemeinbildung, Schulbildung und Berufsbildung beschäftigte. In seinen “Lebensformen” (1914, später mehrfach erweitert) entwickelte er eine kulturphilosophische Typologie, die sich vor allem auf die Jugend- und Persönlichkeitspsychologie auswirkte. Er ging von den Grundtypen des ökonomischen, theoretischen, politischen, sozialen, ästhetischen und religiösen Menschen aus, die als Erkennungshilfen dem Wissenschaftler helfen sollen, zu einer “Psychologie des sinnbezogenen Erlebens” zu gelangen. In seinem Hauptwerk “Psychologie des Jugendalters” (1924) befaßte er sich mit den Grundsätzen einer verstehenden Psychologie wie auch mit jugendlicher Erotik und Sexualität. Spranger sah in dem Ansatz, Jugendliche über die beschreibende Psychologie zu verstehen, den einzigen Weg der Erziehung. In seinen letzten Lebensjahren wandte er sich vor allem ethischen und religiösen Erziehungsfragen zu.


 
     
 
 
 
     
 
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