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Psychologielexikon

Überarbeitete Ausgabe

Psychologielexikon

Stimmstörungen

Autor
Autor:
Anneliese Widmann-Kramer

auch: Dysphonien, Erkrankungen, die die Stimme belasten. Halsentzündungen und Entzündungen der Mandeln führen oft zu Entzündungen der Stimmbänder oder des Kehlkopfes (akute, entzündliche Erkrankungen der Stimme), die manchmal einen chronischen Verlauf nehmen können. Häufigstes Symptom ist die Heiserkeit bzw. der zeitweilige, totale Stimmverlust. Die sog. funktionellen Stimmstörungen sind Beeinträchtigungen der Stimme, die keine organische Ursachen haben. Man unterscheidet: 1) hyperfunktionelle Stimmstörungen und 2) hypofunktionelle Stimmstörungen. Hyperfunktionelle Stimmstörungen treten infolge Überlastungen der Stimme oder infolge fehlerhafter Stimmgebung auf. Bei dieser Form der Stimmstörung sind alle Muskeln, die an der Stimmgebung beteiligt sind (Sprechen), unabsichtlich übertrieben gespannt. Die Stimmlage ist erhöht. Die Stimme klingt heiser, rauh, knarrend, belegt, klangarm und gepreßt. Eine chronische Überlastung der Stimme, z.B. bei Berufssprechern, führt nicht selten zu einer dauerhaften Überreizung der Stimmbänder und zu sog. Stimmbandknötchen, kleinen Wucherungen auf den Stimmbändern. Diese Stimmbandknötchen sind mit Hilfe einer Stimmtherapie oft reversibel. In manchen Fällen müssen sie allerdings operativ entfernt werden. Hypofunktionelle Stimmstörungen beruhen auf einer akuten oder chronischen Schwäche der Kehlkopfmuskulatur mit dadurch bedingtem unvollständigen Verschluß der Stimmlippen. Die Stimme klingt leise, matt, monoton und verhaucht. Das Sprechen ermüdet den Sprecher. Aus einer primär hypofunktionellen Stimmstörung kann sich infolge von Kompensationsversuchen eine hyperfunktionelle Stimmstörung entwickeln. Bei den funktionellen Stimmstörungen sind eine genaue phoniatrische Diagnostik (Phoniatrie) und eine daran anschließende Stimmtherapie unbedingt zu empfehlen, um eine irreversible Schädigung der Stimmlippen und der Stimme zu vermeiden.

Literatur

Wirth, G. (1995). Stimmstörungen: Lehrbuch für Ärzte, Logopäden, Sprachheilpädagogen und Sprecherzieher. 4. Auflage. Köln: Deutscher Ärzte Verlag.


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