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Urgesellschaft

 
     
   
die Gesellschaft, aus der alle heute lebenden Populationen hervorgegangen sind. Wie genetische Analysen der mitochondrialen DNA ergeben haben, hat die Urmutter aller heute lebenden Menschen vor ca. 200.000 Jahren gelebt. Die Trennung der heute lebenden Populationen hat vor ca. 100.000 Jahren begonnen. Sowohl idealisierende als auch diffamierende Vorstellungen über Urpopulationen dienen vielfach als Grundlage für Diskussionen über die Natur und Kultur des Menschen (Universalien). Wie durch neueste anthropologische und primatologische Forschungen gezeigt werden konnte, müssen folgende traditionelle Vorstellungen zur Urgesellschaft revidiert werden: Diese Menschen hätten kein Eigentum, keine Hierarchien, keine Mutterliebe, keine “romantische” sexuelle Liebe, keine sexuelle Scham und keine Eifersucht gekannt, auch seien sie promisk und matriarchalisch gewesen. Sie seien folglich frei von Aggression gewesen (moralistischer, naturalistischer Trugschluß). Aus verhaltensbiologischer Sicht hat die Urgesellschaft in Kleingruppen als Jäger und Sammler gelebt. An den biopsychischen Anpassungen an die damaligen sozialen Bedingungen hat sich wahrscheinlich bis heute nichts Wesentliches geändert. Wie der Vergleich mit heute lebenden Modellkulturen für Jäger und Sammler (z.B. Buschleute in Afrika) zeigt, investieren Menschen dieser Kulturen viel Zeit für sozial attraktives Verhalten und die Betreuung ihrer Kinder.


 
     
 
 
 
     
 
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