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Eifersucht

 
     
 
Affekt, der auftritt, wenn ein geliebter Mensch sich anderen Menschen mehr zuzuwenden droht als dem Betroffenen. Man kann trotz fließender Übergänge zwischen einer normalen Eifersucht und einer krankhaften Eifersucht unterscheiden. Als Ausdruck von Abhängigkeit einerseits, Besitzanspruch andererseits, gehört die Eifersucht zu den Affekten, die dann besonders stark sind, wenn sich in einer Beziehung unter Erwachsenen kennzeichnet, ist irrational. Der Partner ist treu, manchmal sogar besonders treu, wird aber dennoch ständig verdächtigt, verfolgt, mißtrauisch beobachtet, wobei jedes kleine Zeichen (etwa ein Blick, mit dem ein Kellner begrüßt wird) als Signal einer beabsichtigten Untreue ausgelegt wird. Hier ergibt die analytische Aufklärung manchmal beim Eifersüchtigen selbst ausgeprägte Neigungen zur Untreue, die er sich nicht eingesteht, sondern auf den Partner projiziert (Projektion) und nun an ihm besonders scharf verfolgt. Es kann sich dabei neben verdrängten heterosexuellen Wünschen auch um unterdrückte homosexuelle Phantasien handeln («Ich liebe den

sehr stark der Charakter einer Elternbeziehung wiederholt. Für das Kind ist Eifersucht insoweit notwendig, als es ein ausreichendes Maß an Aufmerksamkeit seiner Bezugspersonen für sein seelisches Gedeihen (unter primitiven Lebensumständen: für sein Überleben) braucht und auch auf sich zieht. Da alle Liebebeziehungen ein Stück dieser Beziehung in sich tragen, ist das angeblich völlige Fehlen von Eifersucht wohl eher einer Verleugnung oder einer mangelnden Bin-ilnii)’, zuzuschreiben als einer besonderen Abgeklärtheit und Reife. Die k i mkhafte Eifersucht, die das Sprich-M >i l Ireffend als «Leidenschaft, die HUI Eifer sucht, was Leiden schafft» Kellner» - «Nein, sie liebt ihn, und ich bin auf sie eifersüchtig; dennoch kann ich in meinen Phantasien, wie sie es mit ihm treibt, ein Stück meiner homosexuellen Wünsche ausleben»). In anderen Fällen wird in der krankhaften Eifersucht mit allen Mitteln um die Aufrechterhaltung einer starken Abhängigkeitsbeziehung gekämpft. Der Verlust des Partners gilt als dauernde, bedrohliche Gefahr, weil man ohne jhn nicht leben zu können glaubt, und andererseits durch die Angst, ihn zu verlieren, so viel eigene Aggression und Unzufriedenheit mit ihm unterdrückt, daß ein Zusammenbruch der Abhängigkeitsbeziehung auch durch die innere Situation des Eifersüchtigen droht (der seine eigenen Wünsche nach anderen Beziehungen verdrängen muß). Eifersucht kann auch manchmal eine Bedingung für Liebe sein («Prinzip des geschädigten Dritten») : Eine Frau wird für einen Mann erst dadurch anziehend, daß sie ihn eifersüchtig macht. Hier wird im Erwachsenenleben das Dreieck des Ödipuskomplexes wiederholt.
 
     
 
 
     
 
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