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Vaerting

 
     
   
Mathilde, 1884–1977, eine streitbare Frau zwischen den Disziplinen und Fronten der Politik, publizierte in Psychologie, Sexualwissenschaft, Pädagogik, Soziologie und Politikwissenschaft über 200 Arbeiten; erhielt als erste Frau ein Ordinariat an einer deutschen Universität, obwohl ihr Habilitationsversuch gescheitert war. Vaerting galt in den 20er Jahren als Hauptvertreterin des Feminismus (Feministische Psychologie) und wurde 1933 von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst entlassen. Im Zentrum ihres Denkens stand die Entfaltung des Individuums unter dem Primat des Geistes, die ihr nur in einer Gesellschaft realisierbar schien, in der Gleichberechtigung herrscht. Um in der Sache ernst genommen zu werden, operierte sie bis in die 20er Jahre hinein mit einem männlichen Pseudonym. Ihre beiden wissenschaftlichen Hauptprojekte – die Neubegründung einer Psychologie der Geschlechter und die Machtsoziologie – blieben wirkungsgeschichtlich weitgehend bedeutungslos. Bedeutsam hingegen war ihre motivierende Wirkung auf die Frauenbewegung der zwanziger Jahre. Sie entwickelte Thesen, die zum Teil den herrschenden Auffassungen diametral widersprachen. So forderte sie die Heirat von älteren Frauen mit jüngeren Männern, postulierte ein Recht der Frau auf ihren Leib und kritisierte die sozialdarwinistische Interpretation des Krieges (Geschlechterforschung, Macht).

Literatur

Jaeger, S. (2001). Eine streitbare Frau – Mathilde Vaerting. In Ch. K. Alsop (Hrsg.), Grenzgängerin. Bridges between disciplines. Heidelberg/Kröning: Asanger.


 
     
 
 
 
     
 
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