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Verantwortungsattribution

 
     
   
Zuschreibung von Verantwortung. Ein Urteil über Verantwortung ergibt sich dann, wenn ein Ereignis durch die Handlung einer Person verursacht wurde und wenn die Person in der Lage war, die Ursache zu kontrollieren. Im Leistungsbereich ist z.B. Anstrengung eine kontrollierbare Ursache des Erfolgs, während Begabung für die Person nicht beliebig veränderbar ist (Leistungsattribution). Auch wenn eine Ursache kontrollierbar ist, kann die Verantwortungszuschreibung geschwächt werden, wenn mildernde Umstände vorhanden sind. So wird z.B. eine geringe Anstrengung einer Person durch eine momentane Krankheit entschuldigt. Die Entwicklung der Zuschreibung von Verantwortung wurde ursprünglich von Heider beschrieben und läßt sich wie folgt darstellen: Auf der Stufe der Assoziation wird eine Person dann für ein Ereignis verantwortlich gemacht, wenn sie mit dem Ereignis in Zusammenhang steht. Auf der nächsten Stufe wird Verantwortung mit Verursachung gleichgesetzt, und eine Person wird auch für nicht beabsichtigte Nebeneffekte ihrer Handlungen verantwortlich gemacht. Die dritte Stufe ist die der Vorhersehbarkeit, bei der die Verantwortung dann zugeschrieben wird, wenn eine Person ein Ereignis vorhersehen konnte. Auf der vierten Stufe bedeutet Verantwortung Kontrollierbarkeit. Die fünfte Stufe ist die der Rechtfertigung, bei der ein verfeinertes Verständnis der Verantwortung auftritt, insofern mildernde Umstände berücksichtigt werden. Besondere Bedeutung kommt der wahrgenommenen Kontrollierbarkeit zu, wie sich bei der Reaktion auf Mißgeschicke zeigt. Hohe Kontrollierbarkeit verringert die Sympathie mit dem Opfer des Mißgeschicks und vergrößert den Ärger darüber, daß das Opfer nichts gegen die Entstehung der Notlage getan hat. Sympathie und Ärger beeinflussen ihrerseits die Intention zu helfen, wobei sich Sympathie positiv und Ärger negativ auswirken.

Literatur

Weiner, B. (1995). Judgment of responsibility. New York: Guilford.


 
     
 
 
 
     
 
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