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Ärger

 
     
   
Ärger, eine Emotion, über die u.a. in der Allgemeinen Psychologie, Entwicklungspsychologie, Gesundheitspsychologie, Persönlichkeitspsychologie und Sozialpsychologie geforscht wird. Da das Erleben von Ärger ein Anzeichen für Erwartungsverletzungen ist, die oft aus zwischenmenschlichen Beziehungen herrühren, berührt die Ärger-Forschung natürlich auch Anwendungsfelder, wie etwa die Klinische Psychologie oder Pädagogische Psychologie. In einer aktuellen Situation entsteht Ärger meistens, wenn Menschen sich ihren Zielen blockiert sehen oder wenn eine ihrer Normen verletzt wird. Kränkungen, also Angriffe auf Selbstwert und persönliche Ehre sind in etwa zwei Dritteln der Fälle ebenfalls an der Entstehung von Ärger beteiligt. Ärger wird als intensiver erlebt, wenn der ärgerverursachenden Person Kontrolle über die auslösende Situation zugeschrieben und ihr eine böswillige Absicht unterstellt wird. Sprachliche Metaphern, die das subjektive Erleben des Ärgers sicher mitgestalten, betonen den Aspekt des Kontrollverlusts. Der volle Ausdruck des Ärgers (der im Alltag sehr selten zu beobachten ist), ist ebenfalls dramatisch: laute Stimme, Stirnrunzeln, strichdünne Lippen und hochgezogene obere Augenlider, die bei Anspannung der unteren Augenlider einen starrenden Blick erzeugen. Der volle Ärgerausdruck im Gesicht geht mit erhöhter Temperatur und beschleunigter Herzfrequenz einher. Möglicherweise ist daher die mit dem Ärger verwandte Feindseligkeit einer der wichtigsten psychologischen Risikofaktoren für Koronare Herzkrankheiten. Damit gewinnen Forschungen zur Bewältigung des Ärgers an Brisanz. Geht man über die einfache Unterteilung in anger-in, anger-out und anger-control hinaus, so gibt es eine Vielzahl von Strategien zur Ärgerbewältigung, von denen (körperlich) konfrontierendes Verhalten recht selten gewählte wird. Von Erwachsenen wurde häufiger als das Schimpfen "sich beruhigen" und "mit Dritten reden" genannt, von Kindern wurde außerdem öfter das klärende Gespräch mit dem Ärgerverursacher gesucht. Die verschiedenen Strategien der Ärgerbewältigung lassen sich nach einem faktorenanalytisch abgesichertem Schema ordnen.
 
     
 
 
 
     
 
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