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Leistungsattribution

 
     
   
bedeutendes Anwendungsgebiet der Attributionstheorie im Leistungsbereich (Arttribution). In der Attributionstheorie der Motivation und Emotion von Weiner (1986) wird dargelegt, nach welchen Prinzipien Leistungsergebnisse erklärt werden. Wie Weiner ausführt, laufen Attributionsprozesse nicht spontan und automatisch ab, sondern werden verstärkt dann ausgelöst, wenn ein Ergebnis zum einen unerwartet ist und zum anderen einen Fehlschlag darstellt - wenn das angestrebte Ziel also nicht erreicht worden ist. Ein Beispiel, in dem beide Elemente enthalten sind, stellt die Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft im Viertelfinale der WM 1998 dar, da hier der Favorit Deutschland gegen den Außenseiter Kroatien verlor und somit aus dem Turnier ausschied. Daß dieses Ereignis in großem Umfang Attributionen auslöste, zeigt die wochenlange Diskussion in den Medien über die Ursachen für das frühe Ausscheiden. Zur Klassifikation von Leistungsattributionen verwendet Weiner ein 2x2-Schema , das auf den beiden Dimensionen Ort und Stabilität beruht (s. Tabelle): Ein Ergebnis kann entweder auf die Person oder auf die Umstände zurückgeführt, also internal oder external attribuiert werden; weiterhin kann die Ursache des Ergebnisses als zeitlich stabil oder variabel wahrgenommen werden. Wie die Tabelle zeigt, werden Leistungen je nach Ausprägung der Ursachendimensionen auf Fähigkeit, Anstrengung, Aufgabenschwierigkeit oder Glück zurückgeführt.

Später fügte Weiner noch eine dritte Dimension - Kontrollierbarkeit - hinzu. Damit wird zum Ausdruck gebracht, ob der Person ein Einfluß auf das Handlungsergebnis zugestanden wird oder nicht. Kontrollierbare Ursachen sind die eigene Arbeitshaltung (internal, stabil), die eigene Anstrengung (internal, variabel), die Arbeitshaltung anderer (external, stabil) und die Anstrengung anderer (external, variabel), als unkontrollierbare Ursachen werden die Fähigkeit (internal, stabil), Müdigkeit und Krankheit (internal, variabel), die Aufgabenschwierigkeit (external, stabil) und der Zufall (external, internal) angesehen.

Literatur

Weiner, B. (1986). An attributional theory of motivation and emotion. New York: Springer.

2 x 2-Schema der wahrgenommenen Ursachen von Leistungsergebnissen nach Weiner.


 
     
 
 
 
     
 
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