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Assoziation

 
     
   
Wenn ich auf das Reizwort «Tal» das nächste Wort sagen soll, das mir einfällt, werde ich (wie sehr viele Menschen) mit «Berg» antworten. «Tal» und «Berg» sind miteinander verknüpft, assoziiert. Die Verknüpfung von Vorstellungen ist ein psychologisches Grundprinzip; sie erfolgt oft nach bestimmten Gesetzen, den Assoziationsgesetzen , die schon der griechische Philosoph Aristoteles beschrieben hat: 1. Ähnlichkeit (Hut-Mütze), 2. Gegensatz (groß-klein), 3. räumliche Beziehung (Hut-Feder) und 4. zeitliche Beziehung (Morgen -Abend). Neben den hier angedeuteten Wortassoziationen gibt es auch Verknüpfungen zwischen Bildern, Gefühlen, Empfindungen, die sich manchmal erst nach genauerer Untersuchung herausfinden lassen. Ein Ehepaar betritt ein Gasthaus; beide sagen fast gleichzeitig: «Riccione». Zunächst sieht das nach Gedankenübertragung aus ¦(Parapsychologie), doch finden die beiden heraus, daß sie deshalb an ihren italienischen Urlaubsort dachten, weil in dem Eßzimmer des Gasthauses ein ähnlicher Geruch herrschte wie damals dort. Die Assoziation galt in der sogenannten «Assoziationspsychologie» (die von den englischen Philosophen Hobbes, Hume und Mill begründet worden war und bis ins 19. Jahrhundert die vorherrschende Schulmeinung in der Psychologie verkörperte) als Erklärungsprinzip für den Aufbau des ganzen Seelenlebens. Manche Auffassungen des Behavio-rismus und der Reflex-Schule nach I. P. Pawlow sind davon nicht sehr weit entfernt. In allen diesen Fällen wird versucht, die seelischen Vorgänge durch die Zurückführung auf einfachste Elemente, die Assoziationen, und die bedingten Reflexe als Sonderfall von Assoziationen zu erklären. Der Begriff der «freien Assoziationen» enthält die Grundregel der Psychoanalyse. Er ist ebenfalls der Assoziationspsychologie verpflichtet. Hier wird aus dem nicht gelenkten Spiel seelischer Verknüpfungen, die «vom Hundertsten ins Tausendste» gehen (S. Freud), der Einfluß des Unbewußten rekonstruiert, ähnlich, wie man aus dem Strömungscharakter einer Wasseroberfläche auf die Eigenschaften des Flußbettes schließen kann, in dem das Wasser fließt.
 
     
 
 
 
     
 
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