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Altersdepression

 
     
   
Altersdepression, vor einigen Jahrzehnten auch Spätdepression, Involutionsdepression genannt, als die Medizin das Alter noch pauschal mit "Rückbildung" und "Abbau" gleichsetzte und man davon ausging, Altern würde besonders häufig mit Depressionen einhergehen. Neuere epidemiologische Studien lassen an einer besonders großen Häufigkeit depressiver Störungen im Alter zweifeln. Es muß eher von einem Maximum depressiver Erkrankungen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren und von einem linearen Abfall der Depressionshäufigkeit mit zunehmendem Alter ausgegangen werden. Selbst wenn man in Rechnung stellt, daß subklinisch ausgeprägte Depressionen alter Menschen von praktischen Ärzten in bis zu drei Viertel aller Fälle übersehen werden, dürfte die pauschale Behauptung, das Alter führe zu mehr Depressionen, so nicht stimmen. Es dürften weniger das Alter an sich, sondern bestimmte Lebensumstände das Depressionsrisiko erhöhen. Als depressionsfördernd kommen häufig die Institutionen Alters- und Pflegeheime in Frage; wer in einen Familienverbund eingebettet ist und seine Selbständigkeit weitgehend behalten kann, ist auch im Alter relativ gut vor Depressionen geschützt. Auch die oftmals als besonders charakteristisch für Depression im Alter genannten Merkmale "Reizbarkeit", "Mißtrauen" und "hypochondrische Züge" lassen sich nicht bestätigen.

Es sind also weder Depressionsanfälligkeit noch die Ausprägung von Depression beim alten Menchen außergewöhnlich. Gleichwohl ist es sinnvoll, die Depression des alten Menschen gesondert zu betrachten:

- Die Diagnose bringt besondere Schwierigkeiten mit sich (Überlagern kognitiver Leistungseinbußen mit depressiven Symptomen; durch Fehlernährung bedingte Depression).

- Der Verlauf der Depression bedarf besonerer Beobachtung (wegen der besonderen Suizidgefährdung: Alterssuizid).

- Bei vorliegender Depression gibt es altersspezifische therapeutische Maßnahmen.

Literatur

Hell, D. (Hrsg.). (1993). Die Depression des alten Menschen. Anwendungsfelder von Psychiatrie und Psychotherapie. Heidelberg: Asanger.
 
     
 
 
 
     
 
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