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Ambiguitätstoleranz

 
     
   
Ambiguitätstoleranz, von Frenkel-Brunswik im Jahre 1949 unter Bezug auf die Arbeiten zum Autoritären Charakter (Autoritäre Persönlichkeit) eingeführtes Konzept: Ertragenkönnen von Mehrdeutigkeiten, Widersprüchlichkeiten, ungewissen und unstrukturierten Situationen oder unterschiedlichen Erwartungen und Rollen, die an die eigene Person gerichtet sind. Das Konzept der Ambiguitätstoleranz ist nur schwer zu operationalisieren und ist möglicherweise deshalb in der Differentiellen Psychologie nur marginal rezipiert. Inhaltlich ist Ambiguitätstoleranz als relativ konsistenter Persönlichkeitszug (trait) den kognitiven Stilen zuzuordnen und als hypothetisches Konstrukt zu interpretieren, das Aufnahme-, Verarbeitungs- und Speicherungsprozesse steuert. Ältere Ambiguitätsmeßverfahren untersuchten die Ambiguitätstoleranz unter einem globalen Gesichtspunkt, d.h. als eine einzige homogene Dimension. Eine bereichsspezifische Erfassung der Ambiguitätstoleranz scheint erfolgversprechender zu sein, wie das Beispiel des IMA-40 (Inventar zur Messung der Ambiguitätstoleranz) zeigt, in dem fünf faktorenanalytisch unterscheidbare Dimensionen erfaßt werden: Ambiguitätstoleranz/-intoleranz gegenüber unlösbar erscheinenden Problemen, sozialen Konflikten und Rollenstereotypien sowie des Elternbildes und der Offenheit für neue Erfahrungen.

Literatur

Reis, J. (1997). Ambiguitätstoleranz. Beiträge zur Entwicklung eines Persönlichkeitskonstrukts. Heidelberg: Asanger.
 
     
 
 
 
     
 
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