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Bildverstehen

 
     
   
Bildverstehen, Verstehen der Bildersprache, war lange Zeit nur Gegenstand kunsttheoretischer Betrachtungen. Durch die zunehmende Bedeutung von Multimedia-Systemen (Multimedia-Psychologie) wird offensichtlich, wie notwendig eine fundierte, einheitliche Theorie des Bilderverstehens ist. Spruchweisheiten wie "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" lassen die Bedeutung von Bildern für die Wissensvermittlung zwar vermuten. Bislang gibt es aber nur wenige wissenschaftliche Ansätze, die der Frage nachgegangen sind, ob mit Bildern tatsächlich leichter zu lernen ist als mit Texten und wie Bilder beim Wissensvermitteln effektiv gestaltet und eingesetzt werden können. Erste Experimente von A. Paivio zur doppelten Enkodierung (Bildspeicherung; Enkodierung, doppelte; Vorstellungsbilder) erbrachten folgende Ergebnisse: 1) Mit Vorstellungsbildern lassen sich Wörter besser behalten als ohne. 2) Wörter mit Vorstellungsbildern werden genauso gut behalten wie Bilddarstellungen. 3) Wiederholtes Aussprechen von Wörtern führt zu keiner verbesserten Behaltensleistung. Aus weiteren Untersuchungen (von S. M. Kosslyn, Z. W. Pylyshyn und B. Weidenmann) lassen sich die nachstehenden Schlußfolgerungen für einen Leitfaden zur Entwicklung von Bildern und Instruktionen ziehen: a) Bilder sind so zu gestalten, daß sie gerade in denjenigen Teilen interessant und ansprechend sind, in denen die wesentlichen Inhalte vermittelt werden. b) Die Bilddarstellungen sollten dabei berücksichtigen, daß die Lernenden meist nicht das behalten sollen, was abgebildet wurde, sondern das, was gemeint war. Daher sind Vorwissen der Lernenden und Einbettung des Bildes in z.B. eine Unterrichtseinheit zu beachten. Bei der Einbettung von Bildern ist zu beachten, daß das begleitende Textmatarial zur intensiven Bildverarbeitung anregt und daß Bilder nicht nur als "Stimmungsmache" oder inhaltlich unwichtige "Aufhänger" aufgefaßt werden.

Literatur

Hasebrook, J. (1995). Multimedia-Psychologie. Heidelberg: Spektrum.
 
     
 
 
 
     
 
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Bildwortserie zur Lautagnosieprüfung und zur Schulung des phonematischen Gehörs
 
     
     
 

 

 
     

 

   
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