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Biorhythmus

 
     
   
Biorhythmus, eine von W. Fliess, einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt, um 1900 entwickelte Lehre, wonach bei jedem Menschen starre Rhythmen mit fester Periodendauer existieren sollen. Die Rhythmen würden zum Geburtszeitpunkt beginnen und bis zum Lebensende regelmäßig schwingen. Somit könne an jedem Tag aus der Lage der Schwingungen auf ein besonderes Leistungshoch oder Leistungstief geschlossen werden. Zur Beurteilung der Tagesform ist es nötig, die Lage der einzelnen Rhythmen am betreffenden Tag zu kennen. Wenn man mit der Mehrzahl der Verfechter der Biorhytmus-Lehre davon ausgeht, daß der Geburtstag alle Rhythmen gleichphasig in Gang setzt, läßt sich mit Tabellen, Rechenschiebern und inzwischen natürlich Computerprogrammen einfach berechnen, welchen Schwingungszustand bzw. welche Phasenlage die einzelnen Perioden jeweils erreicht haben. Dabei wird meist von drei Hauptrhythmen ausgegangen, denen bestimmte Einflußbereiche zugeschrieben sind:

1) 23-Tage-Rhythmus (männlich): physische Verfassung und Belastbarkeit, Durchsetzungskraft, Aktivität.

2) 28-Tage-Rhythmus (weiblich): physische Verfassung und Belastbarkeit, Gefühlsleben, Stimmungslage, sexuell betonte Neigungen.

3) 33-Tage-Rhythmus (Intelligenz): geistige Verfassung, Aufmerksamkeit., logisches Denken und Kombinieren.

Alle überprüfbaren Fakten und Berichte zeigen bislang, daß solche starren Rhythmen nicht existieren und es sich um eine Irrlehre handelt. Bei Überprüfungen der Leistungen von Sportlern, Todesfällen von berühmten Persönlichkeiten, Autounfällen oder Suizidfällen ließen sich keinerlei der vermuteten Zusammenhänge bestätigen, die auf die Existenz solcher starren Rhythmen hinweisen. Hingegen ist die Existenz biologischer Rhythmen gesichert (Chronobiologie). Biologische Systeme zeigen eine Vielfalt von Rhythmen, die allerdings nicht starr sind, sondern von äußeren Signalgebern beeinflußt und synchronisiert werden (circadianer Rhythmus).

Literatur

Betz, H.-D. (1995). Biorhythmus. In G. Eberlein (Hrsg.), Kleines Lexikon der Parawissenschaften. München: Beck.
 
     
 
 
 
     
 
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