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Rhythmus

 
     
   
die Gliederung eines Bewegungsablaufs in Abschnitte, die etwa gleichartig wiederkehren. Anders als der Takt, der eine gewollte und berechenbare Wiederholung bestimmt, entspricht der Rhythmus natürlichen Lebensvorgängen, etwa dem Pulsschlag, dem Ein und Ausatmen, aber auch dem Lauf der Gestirne, den Wechsel von Ebbe und Flut, von Tag und Nacht, dem Kreislauf der Jahreszeiten oder dem Zyklus eines menschlichen Lebens mit seiner Altersentwicklung, die in jeder Generation aufs neue abläuft. Die Gliederung solcher Wiederholungen, die sich erwarten und übersehen lassen, vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Da sie aber nicht mechanisch, sondern im einzelnen veränderbar ist, wirkt sie noch unmittelbar lebendig und nicht wie ein Zwang. Daher nutzt der Mensch die natürlichen Rhythmen aus oder ahmt sie nach, etwa in der Musik und im Tanz. Eine Folge kurzer Wiederholungseinheiten kann eine Art Einlullen bewirken. Menschen, die sich einem solchen Rhythmus hingeben, schirmen sich dadurch gegen andere Eindrücke ab, stimmen sich völlig auf den Vorgang ein, besonders wenn sie ihn mit anderen gemeinsam vollziehen. Deshalb gehören rhythmische Vorgänge zu vielen kultischen Ritualen. Dabei wird oft das Tempo der Wiederholung gesteigert, der Einzelabschnitt verkürzt, bis der Rhythmus sich in eine Art Raserei auflöst, die mit Erschöpfung und Apathie endet. Gleichsam vorbildlich für diesen Ablauf sind die Vorgänge beim Geschlechtsakt. Überhaupt scheint jedes Lustempfinden von einem Rhythmus abhängig zu sein, unter anderem von der Übereinstimmung zwischen dem Zeitmaß äußerer Anforderungen mit dem inneren »Takt«. Der wieder wechselt mit der jeweiligen Verfassung, ist aber wohl auch durch die individuelle Anlage, das Temperament, bestimmt. Manche Forscher nehmen einen Biorhythmus an, den sie mit dem Zeitpunkt der Geburt in Verbindung bringen (vgl. Tierkreiszeichen). Andere gehen von der Verteilung männlicher und weiblicher Eigenschaften in der bisexuellen Anlage aus und beziehen sich auf den Rhythmus einer männlichen und einer weiblichen Periode von 23 bzw. 28 Tagen (vgl. Zwischenstufen). Daneben gibt es viele rhythmische Vorgänge, die die Kultur, die Tradition und die Gesellschaft geprägt haben, oder die wir einmal selbst gefunden haben und nun gewohnheitsmäßig befolgen.
 
     
 
 
 
     
 
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