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Ekel

 
     
   
Abscheu bis zu körperlicher Übelkeit und Brechreiz, eines der stärksten Abwehr-Gefühle des Menschen. Wie die Scham ist auch der Ekel keine angeborene Reaktion, sondern das Ergebnis der kulturbedingtem Erziehung. Er richtet sich in erster Linie gegen die Körperausscheidungen. Das kleine Kind ekelt sich noch nicht vor seinen Exkrementen. Während der zweiten, der analen Phase der frühkindlichen Sexualentwicklung zieht es aus der Defäkation einen Lustgewinn, der der sexuellen Lust gleichkommt. Es spielt unbefangen mit den Exkrementen, eine Übung, die später zum Spiel im Matsch oder zum vergnügten Schmieren mit Farben führt. Erst im Stadium der Latenz, das sich zwischen dem vierten oder fünften Lebensjahr und dem Einsetzen der Pubertät hinzieht und durch ein Zurücktreten der sexuellen Triebkräfte gekennzeichnet ist, können durch die Erzieher die hemmenden Kräfte wie Scham und Ekel aufgebaut werden. Doch weiterhin entsteht Ekel nur dort, wo auch Lust möglich wäre. Die Lustempfindungen sind nicht ausgeschaltet, sondern nur verdrängt worden. Die Ekelgrenze ist sehr labil und zugleich individuell und je nach der Situation höchst verschieden. Wenn es um eine nützliche Tätigkeit geht, kann ein Ekelgefühl, das zunächst damit verbunden sein mag, relativ leicht abgewöhnt werden, wie dies der Arzt oder die Krankenschwester leisten müssen. Der Ekel schränkt oft die sexuelle Ansprechbarkeit ein, letztlich deshalb, weil die Sexualorgane mit den Ausscheidungsorganen identisch oder ihnen nahe benachbart sind. Es bleibt für viele Menschen eine empfindliche Kränkung, daß wir zwischen Harn und Kot geboren werden: »inter urinas et Faeces nascimur«. Doch beweist sich die leidenschaftliche, uneingeschränkte Liebe gern durch eine Überwindung aller Ekelschranken. Das Ziel der Ekelerziehung wird umgekehrt, wenn man absichtlich ekelhafte Erfahrungen sucht und die eigene Abscheu als Reiz genießt. Das geschieht nicht nur in gewissen Formen der sexuellen Perversion, sondern auch mit den Mitteln der Literatur, der Bildenden Kunst, des Theaters und des Films, besonders gern in einer komischen Übertreibung wie bei Tortenschlachten von SlapstickClowns.
 
     
 
 
 
     
 
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