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Exil

 
     
   
die Verbannung aus der Heimat. Das Leiden im Exil macht sehr deutlich, wie stark unsere Gefühle an die Umwelt gebunden sind, in der wir unsere Kindheit verbracht haben. Das Beispiel zweier deutscher Juden, die das Dritte Reich wie viele andere in die Emigration getrieben hatte, zeigte die letzte Konsequenz der Unfähigkeit, eine neue Heimat zu finden: die Schriftsteller Stefan Zweig und Kurt Tucholsky beendeten ihr Exil durch den Freitod. Die russischen Emigranten nach dem ersten Weltkrieg versuchten zwar, sich in der Fremde irgendwie zu arrangieren, hielten aber vielfach an ihrem gewohnten Lebensstil so fest, als hätte sich ihnen die Heimat alsbald wieder unverändert öffnen können. Der einzige Ausweg scheint in der völligen Assimilierung an die Verhältnisse im neuen Lande zu liegen. Männern fällt sie schwerer als Frauen, und ganz gelingt sie erst der nachfolgenden Generation. Ein etwas anderes Bild bietet das Exil des jüdischen Volkes. Es hat teils aus eigenem Willen, teils infolge äußeren Drucks besondere Gruppen gebildet, die meist auch in besonderen Gegenden (Gettos) beieinander wohnten, und in diesen Gruppen die alten Sitten und Wertvorstellungen weitgehend aufrechterhalten. Ähnliches erleben wir heute bei Gruppen von Gastarbeitern. Die Einwanderer stehen vor der Alternative, Fremde zu bleiben und sich zu isolieren, oder sich anzupassen und damit einen Teil ihrer Identität zu verlieren.
 
     
 
 
 
     
 
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