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Flournoy

 
     
   
Théodore, 1854-1920, Arzt, Philosoph und Psychologe, zählt neben Eduard Claparède und Jean Piaget zu den führenden Vertretern der "Genfer Schule", die bedeutende Beiträge zur Entwicklungspsychologie leisteten. Der Schüler Wilhelm Wundts wurde 1891 Professor in Genf. 1902 gründete er gemeinsam mit Eduard Claparède die Zeitschrift Archives de Psychologie. Sein 1899 erschienenes Buch "Des Indes à la Planète Mars (deutsch: Die Seherin von Genf, 1914) gilt als klassisches Werk: 1894 hatte Flournoy Catherine-Elise Müller kennengelernt. Die als "Hélène Smith" in die Literatur eingegangene Warenhausverkäuferin trat als spiritistisches Medium auf und erinnerte sich im Trancezustand früherer Existenzen. Sie benutzte in Trance schriftlich und mündlich die Kunstsprache des "Martischen" und berichtete, sie sei im 15. Jh. Königin in Indien gewesen, später Marie Antoinette in Versaille und habe schließlich auf dem Mars gelebt. Flournoy deutete das Phänomen als "romantische Erdichtungen der unterschwelligen Phantasie" und die in Trance erinnerten Gestalten als Regression: Im Versailles-Zyklus spiegelte sich die 16jährige Catherine, im Indien-Zyklus die Zwölfjährige und im Mars-Zyklus die frühe Kindheit. Carl Gustav Jung entwickelte aufgrund der Beschreibungen seines väterlichen Freundes Flournoys später seine Anschauung von der Libido als "psychischer Energie".


 
     
 
 
 
     
 
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