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Geburtsvorbereitung

 
     
 
zielt darauf ab, werdende Eltern auf die eintretenden Rollenveränderungen, die Veränderungen in der Paarbeziehung, in Beruf und Freizeit vorzubereiten und ihnen Kompetenzen im Umgang mit möglichen Krisensituationen zu vermitteln. In den letzten Jahren ist bei werdenden Eltern in Deutschland der Bedarf an Informationen über Schwangerschaft und Geburt erheblich gestiegen. Dies äußert sich in der Flut populärwissenschaftlicher Bücher und Informationsbroschüren zu diesem Thema, aber auch in der Teilnahme an sogenannten Geburtsvorbereitungskursen. Geburtsvorbereitungskurse werden von Geburtskliniken, niedergelassenen Hebammen und Familienbildungsstätten als Mütterkurse oder Kurse für beide Partner angeboten und von den Krankenkassen bezahlt. Dort wird einerseits theoretisches Wissen über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett vermittelt, andererseits erlernen die Teilnehmer/-innen diverse körperliche und mentale Übungen, die für ein besseres Wohlbefinden in der Schwangerschaft sorgen und bei der Geburt praktiziert werden können. Letztere basieren entweder auf unspezifischen Techniken wie allgemeinen Entspannungsverfahren oder Yoga, oder es handelt sich um speziell für Schwangere und Gebärende entwickelte Methoden. Eine dieser Geburtsvorbereitungsmethoden geht auf den französischen Mediziner Fernand Lamaze zurück, der 1951 bei einem Besuch in Leningrad bei Gebärenden, denen keine Schmerzmittel verabreicht worden waren, einen völlig anderen Umgang mit Wehenschmerzen beobachtete. Aufgrund seiner Erfahrungen entwickelte er die sogenannte "Lamaze-Methode", die auf bestimmten partnerbezogenen Atem- und Entspannungsübungen basiert. Sie nutzt den Wechsel von Spannungs- und Entspannungsphasen im Wehenzyklus explizit zur Verbesserung des psychischen und körperlichen Wohlbefindens unter der Geburt und wird mittlerweile in vielen Ländern der Welt erfolgreich praktiziert. Immer häufiger werden auch Kurse angeboten, die neben den körperlichen Aspekten von Schwangerschaft und Geburt ein stärkeres Augenmerk auf die psychologischen Veränderungen legen, die der Übergang zur Elternschaft nach sich zieht. Ziel solcher psychologischen Geburtsvorbereitungskurse ist es, die werdenden Eltern auf die eintretenden Rollenveränderungen, die Veränderungen in der Paarbeziehung, die z.T. gravierenden Änderungen in Beruf und Freizeit vorzubereiten und ihnen Kompetenzen im Umgang mit möglichen Krisensituationen zu vermitteln.

Literatur

Reichle, B. (1999). Wir werden Familie. Ein Kurs zur Vorbereitung auf die erste Elternschaft. Weinheim: Juventa.


 
     
 
 
     
 
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