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Gestaltgesetze

 
     
   
Gesetzmäßigkeiten der perzeptuellen (und kognitiven) Organisation, die von den Gestaltpsychologen postuliert wurden (Gestaltpsychologie, Gestalttendenzen). Die grundlegende Beobachtung ist dabei eine als Figur-Grund-Organisation bezeichnete spontane Segmentierung des Wahrnehmungsfeldes in zwei Teile: Der eine Teil entspricht etwas Begrenztem und gegenstandsartig Hervortretendem (Figur) , der andere stellt etwas Unbegrenztes, gleichsam Zurückweichendes (Grund) dar .

Eine solche in der Wahrnehmung vorgenommene Gliederung sahen die Gestaltpsychologen als autonom und durch angeborene neurale Organisationsprinzipien bestimmt an (Motivation, individuellem Lernen, Steuerung der Aufmerksamkeit u.ä. schrieben sie folglich nur eine untergeordnete Rolle zu). Wie diese Segmentierung erfolgt, wird durch Gestaltgesetze beschrieben, deren grundlegendes Prinzip das Prägnanzprinzip oder das Gesetz der guten Gestalt ist.

Auch wenn die Gestaltgesetze oft eine hohe intuitive Plausibilität haben, so stellen sie doch keine Gesetze in dem Sinne dar, daß sich in ihnen allgemeine abstrakte Prinzipien der perzeptuellen Codierung widerspiegeln. Vielmehr gehen sie in ihrem Charakter nicht über Beschreibungen hinaus. Dadurch, daß oftmals derartige deskriptive Klassifikationsprinzipien unzutreffenderweise als Erklärungen angesehen wurden, führte die Aufstellung einer immer größer werdenden Zahl von Gestaltgesetzen zu einem degenerierten Erklärungsbegriff. Jedoch haben die Gestaltgesetze als interessante Heuristiken für die Theoriebildung gerade in der jüngeren Wahrnehmungsforschung wieder an Bedeutung gewonnen.
 
     
 
 
 
     
 
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