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Großstadt

 
     
   
eine für unsere Zeit typische Form des Zusammenlebens. Hier wird die Entfernung von der Natur, die Einbettung in eine völlig künstliche Umwelt am weitesten getrieben. Großstädte verschiedener Länder, ja verschiedener Kontinente ähneln einander bis zur Unterschiedslosigkeit. Viele moderne Großstädte haben keinen Kern mehr, der als Mitte empfunden werden könnte, sondern sind Ballungsräume, die aus dem Ineinanderfließen mehrerer Städte und der Zersiedelung der Umgebung entstanden sind. Sie haben nicht einmal eine Geschichte. Anderswo ist der Stadtkern zu einem bloßen Geschäftszentrum geworden, das abends und an Feiertagen tot daliegt, während sich das private Leben abgesondert in den Suburbs abspielt. Aus allen diesen Gründen wirkt die steinerne Welt der Großstädte unpersönlich, anonym, gefühllos. Sie wird zum Sinnbild der Entfremdung, die am ehesten noch in irgendwie charakteristischen, also meist »altmodischen«, Wohnvierteln überdeckt wird. Die Einsamkeit in der Großstadt wird nur zum Teil durch jene Freiheit aufgewogen, die man gewinnt, wenn man nicht – wie im Dorf – von Nachbarn dauernd beäugt und beurteilt wird. Diese Freiheit zieht Minderheiten, darunter die »Boheme«, aber auch die Asozialen und Kriminellen an. Vielfach lockt die Fülle der Reize, die eine Großstadt zu bieten hat. So entsteht aber auch eine Reizüberflutung, wie sie unter anderem gerade in Großstädten zur Akzeleration geführt hat. Die Gefahren des Verkehrs, der Lärm und das Tempo der Großstadt steigern den Streß, der so sehr zu den Problemen der Gegenwart gehört. Nirgendwo anders wird so deutlich, wie schwierig es ist, in einer Massengesellschaft noch unsere gefühlsmäßigen Bedürfnisse zu befriedigen.
 
     
 
 
 
     
 
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