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Introspektion

 
     
   
»Innenschau«, die intensive Selbstbeobachtung. Oft wird sie unscharf ausfallen, statt zu einer Selbsterkenntnis zu Eigendünkel oder Selbstmitleid führen. Zwar werden Gefühle wach, deren man sonst kaum gewahr wird, aber sie bleiben zu unbestimmt, als daß sie ihrem wahren Wesen und Ausmaß nach erkannt werden könnten. Man muß schon eine gewisse Selbstdisziplin aufbringen, wenn man aus der Introspektion etwas über sich erfahren will. Nützlich sind die Methoden der Deutung von eigenen Träumen und Fehlleistungen mithilfe der freien Assoziation, die Freud entwickelt hat. Eine planmäßige Introspektion gehört zu den Vorraussetzungen der verstehenden Psychologie. Erst was man im Ansatz bei sich selbst beobachtet hat, kann man bei anderen begreifen. Man muß sich schon gut kennen, um sich gegen die Vorurteile zu schützen, die eine Erkenntnis über Mitmenschen verhindern würden. Der Durchbruch der Psychoanalyse von der Behandlung Kranker zu einer allgemeinen Psychologie war erst möglich, als Freud während seiner Arbeit an dem ersten entscheidenden Werk, »Die Traumdeutung«, eine Selbstanalyse durchgeführt hatte. Anders als die Tiefenpsychologie lehnt der strenge Behaviorismus die Introspektion als »unwissenschaftlich« ab. Er zahlt für diesen Verzicht mit der Unfähigkeit zu Aussagen über das, was uns im Innersten angeht.
 
     
 
 
 
     
 
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