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Koordination motorische

 
     
   
"Zueinander" verschiedener Teilbewegungen und aufeinander abgestimmte Bewegungen verschiedener Körperteile, das bei vielen motorischen Leistungen erforderlich ist. Manchmal wird der Begriff auch anders verwendet, und zwar in der Abgrenzung koordinierter (beherrschter) Bewegungsmuster gegenüber unkoordinierten (nicht gekonnten). Prinzipiell dienen Koordinationsleistungen der Erfüllung einer Aufgabe, und im Alltag scheinen fast beliebige Formen der Koordination möglich zu sein. Nur selten begegnen wir den Grenzen der Koordination, beispielsweise dann, wenn wir den Spezialisierungen unserer beiden Hände nicht folgen wollen. Bei beidhändigen Bewegungen ist (bei Rechtshändern) die linke Hand prinzipiell auf Halten spezialisiert, die rechte auf Manipulationen. Dieser prinzipielle Unterschied zeigt sich auch dann, wenn man mit der einen Hand einen festen Takt klopfen soll, mit der anderen aber möglichst schnell oder einen bestimmten Rhythmus. Diese Aufgabe fällt wesentlich leichter, wenn der linken Hand der Takt und der rechten der Rhythmus zugeordnet ist als bei einer umgekehrten Zuordnung.

In experimentellen Untersuchungen lassen sich die Grenzen der Koordination, die wir im Alltag scheinbar vermeiden, leicht feststellen. Sie zeigen sich in systematischen Abweichungen von instruierten Bewegungsmustern unterschiedlichster Art (Psychomotorik). Diese systematischen Abweichungen verweisen stets auf bevorzugte oder "natürliche" Koordinationsmuster. Das bei Menschen wohl deutlichste "natürliche" Koordinationsmuster ist die Symmetrie für seitliche Bewegungen der Arme, Hände und Finger. Dadurch werden willkürliche symmetrische Bewegungen unterstützt und asymmetrische beeinträchtigt. Periodische Beugungen und Streckungen beider Handgelenke sind einfach, wenn wir sie symmetrisch ausführen; bei asymmetrischen Bewegungen aber findet sich vor allem bei höherem Tempo oft ein Umschlagen in symmetrische. Bei einfachen Zielbewegungen unterschiedlicher Weite werden die Bewegungszeiten, die bei einhändigen Bewegungen verschieden sind, aneinander angeglichen, und die Weite der kürzeren der beiden Bewegungen fällt zu lang aus. Wenn mit der einen Hand Bewegungen konstanter Weite ausgeführt werden sollen, mit der anderen Hand aber abwechselnd kurze und weite, so spielt diese willkürliche Weitenmodulation auf die andere Hand über, bei der sich dann eine unwillkürliche Weitenmodulation beobachten läßt.


 
     
 
 
 
     
 
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