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Lernpsychologie

 
     
   
Die Klärung von Lernvorgängen ist wahrscheinlich die wichtigste praktische Aufgabe der Psychologie. Sie kann dazu führen, daß Verbrecher erfolgreich eingegliedert, Neurose- und Psychosekranke geheilt oder Kinder sinnvoll und wirksam erzogen und unterrichtet werden. Sie ist ein unerläßliches Werkzeug in einer Gesellschaft, in der auch der berufliche Erfolg meist von der Lernfähigkeit abhängt. Man kann mehrere grundlegende Auffassungen der Lernpsychologie unterscheiden: 1. Die Reiz-Reaktions-Lehren (Be-haviorismus). Sie gehen davon aus, daß der Organismus von den ihm möglichen Reaktionen auf Umweltreize jene beibehält, die bekräftigt werden, weil sie Erfolg haben. Diese sehr einfache Gesetzmäßigkeit könnte schon zu beträchtlichen sozialen Veränderungen führen, wenn man sie zum Beispiel in der Behandlung von Gesetzesübertretungen berücksichtigen würde (der Gewinn durch das Verbrechen erscheint in einer an Bekräftigung armen sozialen Umwelt anziehender als in einer daran reicheren Umwelt; die herkömmlichen Strafprozeduren führen zu einer weiteren Verarmung der Umwelt und damit zu weiteren Verbrechen).

2. Lernen durch Einsicht (Gestaltpsychologie) .

3. Die psychoanalytische Lerntheorie. Sie verbindet eine Auffassung des Lernens durch Nachahmung (Identifizierung) mit einer Untersuchung der Abwehrleistungen von Lernvorgängen und der oft selbstschädigenden Natur von Lernen in einer ungünstigen Umwelt (Neurose).

Wahrscheinlich genügt keine der bisherigen Lerntheorien, um das Lernen wirklich umfassend zu erklären. Alle sind noch zu sehr vom Ausgangsmatc-rial der Forscher geprägt, und es ist klar, daß eine Lerntheorie nicht allgemein zutrifft, wenn sie aus Tierexperimenten mit Ratten (Reiz-Reaktions-Lehren) oder aus der Behandlung seelisch gestörter Menschen (Psychoanalyse) abgeleitet ist.
 
     
 
 
 
     
 
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