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Lernfähigkeit

 
     
   
1) In der Pädagogischen Psychologie die umfassende Bezeichnung für die individuelle Ansprechbarkeit eines Schülers für die angebotenen Lerninhalte; auch: Begabung (Anlage-Umwelt-Problematik). 2) Fähigkeit zu lernen als Ergebnis einer angeborenen Disposition des Zentralnervensystems. Es gibt eine Gruppe von Zellen, die zwischen sensorischen Eingängen und motorischen Steuerprogrammen vermitteln. Bei einem Teil von ihnen ist der Übergang zwischen Informationseingang und motorischer Aktion fest "verdrahtet". Solche Verbindungen bilden "geschlossene Programme", wie z.B. die einiger Instinkthandlungen. Der Fangschlag von Insektenlarven gehört dazu. Die Assoziierbarkeit von Nervenzellverbindungen ist die Basis für die "zweiteilige Verbindung" von sensorisch-motorischen Nervenverbindungen. Einfache Formen sind die elementare bedingte Reaktion (Ton oder Farbe werden mit Nahrungserwartung verbunden); oder die einfache bedingte Aktion (Herunterdrücken eines Hebels führt zur Befreiung aus einem Käfig). Das wird als mögliche Situationsänderung im Gedächtnis fixiert. Nervensysteme von Säugern wie Mäusen oder Ratten können Folgen von Situationseigenschaften mit langen Verkettungen lokaler Verhaltensentscheidungen verbinden. Das Erlernen von Labyrinthdurchgängen ist ein Beispiel dafür. Niedere Primaten, wie z.B. Meerkatzen, können Rufe zur Erkennung anderer Tierarten ausbilden: Sie haben Laute für eine Schlangen-, Adler- oder Leopardengefahr. Artgenossen, die das hören, verhalten sich dann situationsgemäß. Beim Menschen gesellt sich eine spezifische Lerndisposition hinzu: die Befähigung zum Erlernen von Sprache. Die läßt sich auf die Assoziierbarkeit zwischen Situationseigenschaften und Lautbildungen nicht zurückführen. Zur Sprachbildung gehört auch operatives Denken, das aktive Abwandeln von Wortstämmen zur Erzeugung neuer Wortbedeutungen. Auf ihnen beruht das Meisterstück menschlicher Kognition, die Grammatik einer Hochsprache. Sie erreicht ihre volle Ausprägung mit der Verfügbarkeit von Präpositionen. Sie ermöglichen beim Sprechen (u.a.) das Verlassen des Hier und Jetzt, den Übergang vom Wirklichen ins Mögliche oder Unmögliche, die Ausdrucksfähigkeit des Zukünftigen wie des Vergangenen, die gedankliche Durchdringung von Raum und Zeit.


 
     
 
 
 
     
 
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