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Literaturpsychologie

 
     
   
verschiedene theoretische und empirische Ansätze, die sich aus psychologischer Perspektive mit literarischen Texten, ihren Autoren und mit der Literaturrezeption befassen. Der ältere Ansatz, literarische Texte primär aus der Biographie und der Persönlichkeit des Autors heraus verstehen zu wollen, wird heute allerdings als verkürzender Biographismus abgelehnt. Vielmehr ist bei der Literaturinterpretation - wie bei jeder Textinterpretation - die von Umberto Eco eingeführte Unterscheidung zwischen der "intentio autoris" (der vom Autor subjektiv gemeinte Sinn), der "intentio operis" (der von den Intentionen des Autors unabhängige Sinngehalt) und der "intentio lectoris" (der Sinngehalt, der bei der Text-Leser-Interaktion entsteht) zu berücksichtigen.

Für kulturpsychologische Untersuchungen von besonderer Bedeutung ist die Annahme, daß in literarischen Werken kollektive Erfahrungen und deren reflexive Deutungen über kulturell tradierte Symbolsysteme, Metaphern und Erzählmuster "verdichtet" dargestellt werden. Tiefenhermeneutische Literaturanalysen zielen darauf ab, über das "szenische Verstehen" entsprechende kulturelle Bedeutungsgehalte herauszuarbeiten (Kulturpsychologie).

Weitere Fragestellungen der Literaturpsychologie beziehen sich z.B. auf die Analyse des kreativen Schaffensprozesses und auf alters- und geschlechtsspezifische Lesegewohnheiten und -präferenzen.

Literatur

Lorenzer, A. (1986). Tiefenhermeneutische Kulturanalyse. In H.-D. König, A. Lorenzer u.a., Kultur-Analysen (S. 11-98). Frankfurt a.M.: Fischer.


 
     
 
 
 
     
 
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