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Natürlichkeit

 
     
   
ist ein Maßstab, der sich auf den Menschen und sein Leben nur sehr bedingt anwenden läßt. Es gehört geradezu zur Natur des Menschen, daß er in der Lage und genötigt war, sich eine weitgehende künstliche Umwelt zu schaffen. Soweit wir in der Geschichte unserer Art zurückblicken können, hat immer eine bestimmte Kultur die Menschen von Kind auf geprägt. In jeder Gesellschaft, auch bei den sogenannten primitiven oder Natur-Völkern, ergibt sich die Notwendigkeit zu Triebeinschränkungen, wie sie in der Erziehung des Kindes vorgebahnt werden. Allmählich erscheinen dann die Gebote der Moral, die eingepflanzten Hemmungen wie Ekel und Scham und die im Über-Ich verinnerlichte Triebkontrolle als natürlich, obwohl in einer anderen Gesellschaft andere Regeln gelten können. Zugleich erweist sich in Ausnahmesituationen immer wieder, wie relativ leicht all dies abgestreift werden kann. Es ist die Aufgabe und das Schicksal des Menschen, zwischen seiner Natur, die den Tieren nahesteht, und seiner nur ihm eigenen Kultur einen Ausgleich zu finden.
 
     
 
 
 
     
 
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