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Prototypentheorie

 
     
   
eine von E. Rosch vorgestellte Theorie, nach der häufig zusammen auftretende Merkmalskonfigurationen als ideale, repräsentative Beispiele – Prototypen – im Gedächtnis gespeichert sind. Ein Prototyp ist als begriffliches Konzept ein beispielhaftes Exemplar seiner Klasse: So ist z.B. ein Rotkehlchen ein Prototyp der Klasse Vögel. Ein Objekt wird als Mitglied in einer Konzeptklasse gespeichert, wenn es dem Prototyp dieser Klasse ähnlicher ist als dem Prototyp einer anderen Klasse. Der Zuordnungsprozeß eines Objektes zu einer Klasse basiert auf einem globalen Ähnlichkeitsvergleich: Objekte in gleichen Klassen ähneln sich stärker als Objekte in verschiedenen Klassen. So haben z.B. Vögel als Flugobjekte mehr Ähnlichkeit untereinander als Vögel und Flugzeuge. Alle Objekte haben eine ähnliche Funktion – die Mehrzahl der Vögel kann fliegen, und alle legen Eier. Gegenüber den Objekten werden ähnliche Handlungen ausgeführt: z.B. Vögel werden gefüttert, und man hört ihnen beim Singen zu. Prototypen werden zusammen mit einigen erlaubten Variationen gespeichert: Je größer aber die Abweichung vom Prototyp ist, desto länger dauert es, z.B. bei Reaktionszeitexperimenten, zu entscheiden, ob ein Objekt zu einer bestimmten Klasse gehört oder nicht. Um einen Pinguin oder einen Strauß der Klasse der Vögel zuzuordnen, benötigt man demnach mehr Zeit, als für die Zuordnung eines Spatzes. Viele Alltagsbegriffe, wahrscheinlich die meisten, sind als Prototypen gespeichert (Mustererkennen, Begriffsbildung, Kognition).


 
     
 
 
 
     
 
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