A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

psychogenetische Grundregel

 
     
   
postuliert, daß sich während der psychomotorischen Entwicklung des Kindes die Stammesgeschichte wiederholt. Hall hat diese Regel (1904) vom biogenetischen Grundgesetz (v. Baer 1828, Darwin 1859, Haeckel 1866) abgeleitet, wonach während der Embryogenese die Stammesgeschichte in groben Zügen wiederholt wird: Der menschliche Embryo bildet z.B. Kiemenanlagen aus und kann der äußeren Erscheinung nach zunächst kaum von einem Hai-Embryo, später kaum von einem Säugetier-Embryo unterschieden werden. Während der Embryogenese induzieren stammesgeschichtlich ältere Merkmale – z.B. durch chemische Signale – die Bildung jüngerer Merkmale. Das gilt auch für die Embryogenese des menschlichen Gehirns. Es ist bei der Geburt grob anatomisch fertiggestellt. Nach diesem anatomischen Wachstumsprozess könnten stammesgeschichtlich ältere psychomotorische Merkmale nicht mehr das Wachstum von Strukturen induzieren, die grob anatomisch bereits ausgebildet sind. Da im selben Organ eine zweimalige Rekapitulation nicht möglich ist, kann die biogenetische Regel für die psychomotorische Reifung nicht gelten (Evolutionspsychologie).


 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Psychogenetik
psychogenetisches Gesetz
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : Differentieller Leistungstest - KG | kristalline Intelligenz | endothymer Grund
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon