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Bildung

 
     
   
allgemein: die Prägung des Menschen durch Erziehung, Vorbild und innere Entwicklung; im engeren Sinne: die Förderung der geistigen Fähigkeiten durch Erfahrung, planmäßiges Lernen und bewußte Übung. Als Ideal gilt weithin ein Wissensstand und eine Urteilskraft über einige wenige Interessen, zum Beispiel des Berufes, hinaus, eine »Allgemeinbildung«. Erst sie ermöglicht es, sich über größere Zusammenhänge »ein Bild zu machen«. Sie steht der Enge des Spezialistentums entgegen, baut Vorurteile ab und kann auch für neue Erfahrungen aufgeschlossen machen. Der Zugang zur Bildung war und ist zum Teil noch nur den höheren Schichten geebnet. Ob man sie sich wirklich zu eigen macht, hängt auch vom seelischen Kräftespiel ab. Sie stellt ja eine teilweise Beherrschung der Triebe dar, so vor allem eine Befreiung vom Wunschdenken nach dem Lustprinzip und eine Anerkennung des Realitätsprinzips. So verändert sie bis zu einem gewissen Grade die psychische Konstitution. Das Triebleben ist gedämpft, die Fähigkeit zur Sublimierung ist erstarkt. Der »geprägte« und »gebildete« Mensch hat Triebverzichte geleistet und Triebunterdrückungen erfahren, die manchmal zu einer »Verbildung« der psychischen Verfassung, zu Neurosen und Perversionen führen. Eine streng fixierte Einengung und Verlagerung des Sexualempfindens kommt fast nur bei Menschen mit überdurchschnittlicher Bildung vor, während der ungeprägte Mensch eher zu einer ungerichteten Sexualität neigt, wie sie das (nach einem Ausdruck Freuds) »polymorph-perverse« Kind mit auf die Welt bringt.
 
     
 
 
 
     
 
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