A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

 

 

Wunschdenken

 
     
   
ist eine Konsequenz des Lustprinzips. Nun geht es nicht nur darum, wie man Lust gewinnt und Unlust vermeidet, sondern die Realität wird verkannt, weil sie Unlust enthält. Man stellt sich die Welt so vor, wie sie sein müßte, um uns zu gefallen. Da man immer wieder widrigen Umständen begegnet, deutet man sie so, als seien sie vom menschlichen Willen beliebig beeinflußbar. Das ist das Prinzip der Magie, des Glaubens an die Allmacht der Gedanken. Auch das kleine Kind faßt die Welt durchaus noch so auf. Erst allmählich lernt es, seine Phantasien von der realen Erfahrung zu trennen. Vielen Menschen gelingt diese Unterscheidung nie ganz. Besonders schwierig ist sie in den entscheiden den Fragen der Psychologie, der Soziologie und Politik, der Philosophie und Religion. Hier wird vielfach argumentiert, daß die Erkenntnisse der Wissenschaft falsch sein müßten, weil sie so unangenehm sind. Da sich die Realität den Wünschen so wenig fügt, flüchten sich alle Menschen gelegentlich in Illusionen, in Phantasien und Tagträume, die befriedigender und harmonischer sind als die Realität. Viele Gebilde der Kunst sind solche Wunschträume. Der Traum im Schlaf erfüllt offen oder versteckt manche Wünsche, die wir im Wachleben längst als unerfüllbar erkannt haben. Im äußersten Fall stellt der Wahn (Psychose) eine Verweigerung der Realität und ihrer Erkenntnis dar.
 
     
 
 
 
     
 
<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Wunsch-Test
Wünschelrutengänger
 
     
     
 

 

 
     

 

   
  Weitere Begriffe : saccadische Blickbewegungen | Pseudologismus | Monoideismus
PSYCHOLOGY48 | ÜBERBLICK | THEMEN | DAS PROJEKT | SUCHE | RECHTLICHE HINWEISE | IMPRESSUM
Copyright © 2017 All rights reserved. Psychologielexikon