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Reaktivität

 
     
   
bezeichnet die Änderung im Verhalten einer Person, wenn sie weiß, daß sie getestet oder beobachtet wird. Das Verhalten der Person verliert seine Spontaneität. Die reaktive Verhaltensänderung kann unterschiedliche Richtungen einschlagen: Je nach Motivlage versucht die Person zum Beispiel in der Testsituation, mit ihrem Verhalten genau den Erwartungen zu entsprechen, die sie bei den testenden Personen unterstellt (z.B. indem sie sich in Prüfung oder Vorstellungsgespräch besonders anstrengt oder indem sie in einem Gedächtnistest das dargebotene Material aktiv memoriert usw.). In anderen Fällen bemüht sich die Person, das angestrebte Meßergebnis zu verschleiern (z.B. wenn sie erwartet, in einer Befragung auf Inhalte angesprochen zu werden, die sie nicht preisgeben möchte).

Die meisten psychologischen Meßverfahren sind mehr oder weniger von Reaktivität betroffen. Nur wenige in der Psychologie übliche Verfahren können als nicht-reaktiv gelten. Hierunter fallen etwa viele physiologische Maße (etwa Hormonkonzentration, Hautwiderstand, Pupillenreaktion ...), Reaktionszeiten auf bestimmte Stimuli oder projektive Tests. Dem Problem der Reaktivität kann man begegnen, indem man Personen ohne ihr Wissen beobachtet, mißt oder testet. Dies ist technisch oft schwierig und zudem nur in seltenen Fällen ethisch vertretbar. Eine weitere Möglichkeit besteht in sogenannten “Blind-Versuchen”, wie sie auch zur Bestimmung von Plazebo-Effekten üblich sind. Hierbei wissen die Probanden zwar, daß sie getestet bzw. beobachtet werden, sie sind aber über den Zweck der Messung und die spätere Auswertung im Unklaren.


 
     
 
 
 
     
 
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