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Spontaneität

 
     
   
die Fähigkeit zu Handlungen ohne kritisches Zögern. Die unmittelbare Reaktion auf Triebwünsche von innen oder Herausforderungen von außen bringt zwar die Gefahr eines Fehlhandelns mit sich, aber sie bewirkt auch eine tiefere Befriedigung. Sie bestätigt eher das Gefühl, man folge dem ureigensten Wesen, als jede überlegte Aktion, mit der man sich im Grunde doch nur den äußeren Gegebenheiten anpaßt. Besonders das schöpferische Tun (Kreativität) etwa im Sinne der Kunst scheint von einem Zugang zu den spontanen Impulsen, zum Unbewußten oder Es, abhängig zu sein. Selbst entscheidende Fortschritte der wissenschaftlichen Forschung stammen oft aus spontanen Einfällen, deren Bedeutung erst nachträglich verstandesgemäß überprüft worden ist. Je komplizierter die Umweltverhältnisse in der Kultur geworden sind, und je mehr sich jeder Einzelne von einer unüberschaubaren Gesellschaft abhängig weiß, desto mehr schwindet die Fähigkeit zur Spontaneität. Der Mangel an unmittelbarer Befriedigung, der sich daraus ergibt, trägt gewiß zum wachsenden »Unbehagen in der Kultur« wesentlich bei. Willentlich läßt sich daran kaum etwas ändern. Denn wenn man jemandem sagte: »Sei spontan !«, wäre er für einige Zeit ganz außerstande, unbefangen zu reagieren. Doch vieles, was wir für spontan halten, stammt nicht aus unseren ursprünglichen Regungen, sondern wird durch erworbene Hemmungen oder Komplexe bestimmt, deren Ursachen wir nicht mehr kennen. Das gilt zum Beispiel für die sogenannten Kurzschlußhandlungen, die auf einer Verkennung der wirklichen eigenen Interessen beruhen.
 
     
 
 
 
     
 
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