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Reaktionszeit

 
     
 
Abk. RT (reaction time), die Zeitspanne, die zwischen einem Signal und der auf dieses Signal folgenden Reaktion einer Versuchsperson gemessen wird. Eine klassische Versuchsanordnung besteht darin, einen Hinweisreiz zu setzen, der ein optisches oder akustisches Signal ankündigt. Die Versuchsperson ist instruiert, so schnell wie möglich auf das Signal zu reagieren, z.B. eine Reaktionstaste zu drücken. Die zwischen dem Hinweisreiz und dem Signal sich befindende Vorperiode ist zufallsverteilt, um eine Antizipation des Signals, d.h. eine verfrühte Reaktion auf das Signal, auszuschließen. Alternativ können Nullversuche (catch trials) eingestreut werden. Die Reaktionszeit wird in der Regel als Summe verschiedener Teilvorgänge, die jeweils Zeit erfordern, aufgefaßt: Unterschieden werden die sensorische Reizleitungszeit, die zentrale kognitive Verarbeitungszeit und die motorische Reizleitungszeit. Es wird angenommen, die motorische und sensorische Reizleitungszeit sei jeweils konstant, um rechnerisch die kognitive Verarbeitungszeit zu bestimmen. Die Reaktionszeiten sind interindividuell sehr verschieden. Einfach-Reaktionszeiten, d.h. Reaktionen auf einfache Reize, betragen – abhängig von der Intensität des Reizes – bei einem Lichtsignal etwa 180 msec, bei einem akustischen Reiz etwa 140 msec, bei einem taktilen Reiz etwa 130 msec. Bei Entscheidungsaufgaben mit mehreren Objekten steigt die Reaktionszeit auf ein Mehrfaches der Einfach-Reaktionszeiten an (Mehrfach-Reaktionszeit). Reaktionszeitmessungen werden häufig in Experimenten zur Feststellung von kognitiven Leistungen (Kognition, Gedächtnis) oder in der Psychophysik durchgeführt. Ein Beispiel für die Messung der Gedächtnisleistung ist die Subtraktionsmethode: Werden für einen Reiz eine Reaktionszeit von 180 msec, für eine Unterscheidungsreaktion auf zwei Reize 220 msec benötigt, beträgt die Zeit für die Unterscheidung 40 msec. In der Psychophysik können die unterschiedlichen Reaktionszeiten auf unterschiedlich intensive Signale einer Reizart als Empfindungsstärke interpretiert werden, wobei auf u.U. verzerrende verbale Urteile verzichtet werden kann.


 
     
 
 
     
 
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