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Sicherheitspsychologie

 
     
   
früher: Unfallpsychologie, Teildisziplin der Arbeits- und Organisationspsychologie. Seit Beginn des letzten Jahrhunderts befaßt sich die psychologische Forschung relativ intensiv damit, den Hergang von Unfällen zu beschreiben und die meist komplexen Ursachen ausfindig zu machen (accident research) sowie die Wahrscheinlichkeit von Unfällen vorherzusagen und Unfallursachen zu beheben (accident prevention research). Mit der Hinwendung zu präventiven Ansätzen und zur Sicherheitsforschung (Wie lassen sich durch Antizipieren der Gefahren und durch kompensatorisches Handeln in gefährlichen Situationen Unfälle bzw. kritische Situationen vermeiden und somit die Sicherheit erhöhen?) ist der Begriff "Unfallpsychologie" zugunsten von Sicherheitspsychologie in den Hintergrund getreten. Individuelle Interventionsmaßnahmen zielen darauf ab, mit Werbung, Schulungen, Anreizsystemen und persönlichen Schutzausrüstungen die Wahrnehmung für Gefährdungen zu sensibilisieren (Gefahrenkognition), das Wissen über Gefahren und Bewältigungsverhalten und die Motivation zu sicherheits- und gesundheitsgerechtem Verhalten zu erhöhen, das angestrebte Verhalten zu trainieren und dauerhaft zu automatisieren sowie dafür zu sorgen, daß in gefahrenexponierten Situationen die Schutzausrüstungen (z.B. Schutzschuhe, Sicherheitsgurte) getragen werden (Unterweisung). Dabei müssen systemorientierte Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen gegenüber individuellen Maßnahmen zum Schutz vor negativen Konsequenzen eine deutliche Priorität einnehmen, um nicht über kurz oder lang wirkungslos zu verpuffen.


 
     
 
 
 
     
 
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