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soziale Aktivierung

 
     
   
auch: social facilitation, das Phänomen individueller Leistungssteigerung aufgrund der Anwesenheit anderer Personen, worüber bereits im Jahre 1898 publiziert wurde. Durch Analyse der seitdem durchgeführten Experimente fand man eine bedeutsame Regelmäßigkeit: Soziale Aktivierung tritt bei einfachen oder geübten Tätigkeiten auf, soziale Hemmung (social inhibition) und Leistungsminderung hingegen bei schwierigen oder ungeübten Tätigkeiten. Es wurde angenommen, daß durch Anwesenheit anderer Personen (Artgenossen) ein erhöhtes Aktivationsniveau entsteht, das das Auftreten dominanter Reaktionen (also geübter Handlungen) stimuliert. Dominante Reaktionen sind bei einfachen Aufgaben meistens richtig, bei schwierigen Aufgaben meistens falsch; dementsprechend folgen Leistungssteigerung bzw. Leistungsminderung. Die weitere Forschung resultierte in Alternativerklärungen.

Bewertungsangst: Die Anwesenheit anderer Personen ist mit Bewertungserwartungen verbunden (Unsicherheit, Mißerfolgs- oder Erfolgserwartungen). Je mehr man davon überzeugt ist, daß die anwesenden Personen Experten bezüglich der auszuführenden Tätigkeit sind, desto eher tritt Bewertungsangst auf. Diese erhöht das Aktivationsniveau und führt zu den oben beschriebenen differentiellen Effekten in Abhängigkeit von dem Schwierigkeitsgrad der zu bewältigenden Aufgabe.

Ablenkungskonflikt: Die Anwesenheit anderer ist ein ablenkender Reiz (z.B. Geräusche, Gesten) mit Aufforderungscharakter (z.B. sozialer Vergleich, antizipierte Zustimmung oder Ablehnung), so daß es zu einem Aufmerksamkeitskonflikt zwischen der Konzentration auf die Aufgabe und auf die ablenkenden Reize kommt. Einerseits kann dadurch Leistung insgesamt verschlechtert werden. Andererseits kann der Ablenkungskonflikt auch zu verstärkter Konzentrationsanstrengung führen. Diese wirkt insbesondere bei dominanten Reaktionen beziehungsweise bei automatisierten kognitiven Prozessen leistungsförderlich.


 
     
 
 
 
     
 
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