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Sprachstörung klinische

 
     
   
Sprachstörung, die durch Defizite im Verstehen oder Produzieren der morphologischen, syntaktischen oder semantischen Aspekte der Sprache verursacht wird, das heißt, bei betroffenen Kindern oder Erwachsenen treten Probleme in der Wortwahl oder im Satzbau, aber auch bei inhaltlichen Aspekten der Sprache auf. In diese Gruppen fallen Sprachentwicklungsstörungen, da Kinder eine Hörbeeinträchtigung aufweisen können; auch können spezifische Sprachausfälle (reduzierter Wortschatz) oder Störungen der Wortfindung auftreten. Unter einer Sprechstörung versteht man phonologische Störungen (z. B. die Dyslalie) oder Störungen der Sprechflüssigkeit (z. B. das Stottern). Bei Kindern beobachtet man, daß häufig Sprach- und Sprechstörungen gekoppelt auftreten: Ein Kind weist sowohl eine verzögerte Sprachentwicklung als auch ein multiples “Stammeln” (= Vertauschen von Sprechlauten: “Bamm” anstatt “Stamm”) auf. Die Diagnostik und Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen ist interdisziplinär orientiert; neben Logopäden sind vor allem Klinische Kinderpsychologen (Kinderverhaltenstherapeuten) an der Förderung solcher Kinder beteiligt. Bei der Behandlung multipler Sprach-/Sprechstörungen ist zu beachten, daß zunächst die Sprachstörung und nachfolgend die Sprechstörung angegangen werden soll. Vor allem die verzögerte Sprachentwicklung entsteht häufig als Folge von Läsionen des Zentralnervensystems, vor allem aufgrund perinataler Hirnschädigungen.

Bei der Sprachtherapie erfolgt eine aufwendige Diagnostik, die vom Einsatz eines psychologischen Sprachentwicklungstests bis zur medizinischen Hörprüfung reicht. Bei der Behandlung des Stotterns klärt man auch neuropsychologische Aspekte ab, die zum Ziel haben, aufzudecken, ob die Rückmeldung der eigenen Sprachlaute gestört ist. Eine Stotterer-Behandlung setzt bei Kindern einen Einbezug der Eltern voraus, wobei durch systematisches Üben, zum Beispiel durch Nachsprechen oder besonders langsames Sprechen, eine Modifikation der Sprechflüssigkeit erfolgt. Den Kindern gelingt es auch, durch Selbstkontroll-Verfahren erste Störungen des Redeflusses bei sich selbst zu bemerken und durch Verhaltenssteuerung ihr Sprechen zu korrigieren (z. B. das Sprechen unterbrechen, entspannen und dann fortzufahren).

Literatur

Brack, U. B. & Volpers, F. (1999). Sprach- und Sprechstörungen. In H. C. Steinhausen & M. v. Aster (Hrsg.), Handbuch Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin bei Kindern und Jugendlichen (2. erweit. Aufl.). Weinheim: Psychologie Verlags Union.


 
     
 
 
 
     
 
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