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Sprachentwicklungsstörung

 
     
   
Verzögerung oder Störung des kindlichen Spracherwerbs (kindliche Sprachstörung; Sprachentwicklung). Man unterscheidet zwei Klassifikationssysteme. Das eine fokussiert auf die Symptomatik: phonologisch-phonematische Störungen (Sprachproduktion), Dysgrammatismus, lexikalisch-semantische Defizite, Einschränkung der kommunikativ-pragmatischen Fähigkeiten (Sprachproduktion, Sprachverarbeitung, Kommunikation). Das andere Klassifikationssystem bezieht sich auf die Ursachen und unterscheidet Störungen aufgrund sensorischer Behinderung: Kinder mit Hörstörungen oder blinde Kinder; neurologischer Schädigung: Kinder mit erworbenen Aphasien; mentaler Retardierung: Kinder mit Down-Syndrom oder Kinder mit Williams-Beuren-Syndrom; pervasiver Störung: Kinder mit frühkindlichem Autismus; emotionaler Schädigung: Kinder, die in einem gestörten Familiensystem aufwachsen oder Kinder mit frühkindlicher Schizophrenie, mangelnder sprachlicher Anregung; nicht offenkundiger Ursache: dysgrammatisch sprechende Kinder mit sog. spezifischer Sprachentwicklungsstörung.

Bis zum dritten Lebensjahr ist die Variation der sprachlichen und sprecherischen Fähigkeiten sehr groß. Anfängliche Verzögerungen oder Störungen des Spracherwerbs verschwinden häufig spontan und ohne therapeutische Hilfe. Insofern ist die Erstdiagnose einer Sprachentwicklungsstörung oft nur mit Vorbehalt möglich. In etwa einem Viertel der Fälle haben psychologische Faktoren die Störung mitverursacht. Grundsätzlich sind Jungen vulnerabler im Hinblick auf Sprachentwicklungsstörungen als Mädchen.

Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr können weitere kindliche Sprachstörungen (Sprachstörungen) auftreten bzw. diagnostizierbar werden: Stottern, Poltern, Stammeln. Alle diese Sprachstörungen können allerdings auch noch im Zusammenhang mit einer verzögerten Sprachentwicklung stehen. Eine genaue diagnostische Abklärung und Verlaufsbeobachtung sind unbedingt notwendig. Beim sog. Entwicklungsstottern und ebenso beim Entwicklungspoltern treten die Symptome des Stotterns bzw. Polterns nur in einer Phase der Sprachentwicklung auf und verschwinden von selbst und ohne therapeutische Hilfe wieder (Sprachstörung, kindliche).

Literatur

Grimm, H. (1999). Störungen der Sprachentwicklung. Göttingen: Hogrefe, Verlag für Psychologie.

Wirth, G. (2000). Sprachstörungen, Sprechstörungen, Kindliche Hörstörungen. Lehrbuch für Ärzte, Logopäden und Sprachheilpädagogen (5. Aufl.). Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.


 
     
 
 
 
     
 
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