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Stammeln

 
     
   
Störung der Artikulation. Die Einteilung der verschiedenen Arten des Stammelns erfolgt entweder in quantitativer oder in qualitativer Hinsicht. 1) Die Einteilung in quantitativer Hinsicht berücksichtigt, wie viele Laute betroffen sind – beim sog. partiellen Stammeln ist es bspw. nur ein Laut, beim sog. multiplen Stammeln ist es eine größere Anzahl an Lauten – und ob die Laute entweder immer (konstantes Stammeln) oder nicht immer (inkonsistentes Stammeln) falsch gebildet werden. 2) Die Einteilung in qualitativer Hinsicht bezeichnet die Art der Artikulationsstörung. Fehlt bspw. ein Laut, dann nennt man das Mogilalie. Wird ein Laut durch einen anderen ersetzt, dann heißt das Paralalie. Kommt der Ersatzlaut in der Muttersprache nicht vor, dann handelt es sich um eine Dyslalie im engeren Sinne. Stammeln tritt im vierten bis sechsten Lebensjahr bei 20% der Kinder auf. Meist verschwinden die Symptome spontan und ohne therapeutische Hilfe im Verlauf des weiteren Verlaufs der Sprachentwicklung. Es handelt sich in diesem Falle um das sog. Entwicklungsstammeln (Sprachentwicklungsstörung). Sind die Symptome zum Schuleintritt mit sechs Jahren immer noch vorhanden, dann ist eine Sprachtherapie zu empfehlen. Andernfalls droht eine Stigmatisierung des Kindes. Das Stammeln nach dem sechsten Lebensjahr ist in den meisten Fällen das sog. Funktionelle Stammeln. Beim Funktionellen Stammeln liegen keine pathologischen, organischen Veränderungen vor. Der betreffende Laut wird einfach falsch gebildet. Diese falsche Artikulation beim Funktionellen Stammeln hat nur manchmal eine fehlerhafte oder mangelnde sprachliche Anregung zur Ursache. Die häufigste Dyslalie ist der Sigmatismus (Lispeln), bei dem der s-Laut falsch gebildet wird. Der s-Laut ist der am schwierigsten zu bildende Laut in der deutschen Sprache. Andere Dyslalien sind bspw. der Schetismus (sch-Laut), der Kappazismus (k-Laut), Gammazismus (g-Laut), Lambdazismus (l-Laut) und der Rhotazismus (r-Laut). Zur Diagnostik des Stammelns werden die einzelnen Laute geprüft bspw. mit der Methode der Lauttreppe oder des Lautprüfkastens (Lautprüfscheibe) untersucht. Die Therapie erfolgt ambulant in einer sprachtherapeutischen Praxis und mit einer sehr guten Prognose – falls keine organischen Schädigungen vorliegen.

Literatur

Wirth, G. (2000). Sprachstörungen, Sprechstörungen, Kindliche Hörstörungen. Lehrbuch für Ärzte, Logopäden und Sprachheilpädagogen (5. Aufl.). Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.


 
     
 
 
 
     
 
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