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Transaktionales Stress-Modell

 
     
   
ein dreistufiges kognitives Rückkopplungsmodell, in dem Bewertungsprozesse und Bewältigungshandeln der Person im Mittelpunkt stehen. 1) Die primäre Bewertung (primary appraisal) einer Situation durch die Person erfolgt unter der Frage, ob diese für sie “irrelevant", “günstig-positiv” oder “schädlich” (stressful) ist. Diese letzte Kognition läßt sich weiter bewerten unter dem Aspekt, ob die Anpassungsfähigkeiten der Person tangiert werden, d.h. ob die Situation eine Schädigung bzw. einen Verlust (harm-lost), eine Bedrohung (threat) oder eine Herausforderung (challenge) darstellt. 2) Die sekundäre Bewertung (secondary appraisal) der “stressenden” Situation bezieht sich auf die Einschätzung der persönlichen Bewältigungsfähigkeiten (coping resources) und der situativen Bewältigungsmöglichkeiten (coping options). Die Auswahl von Bewältigungsstrategien können sowohl “instrumentell” (direkte, die Situation beeinflussende Handlungen) als auch “palliativ” (intrapsychische Regulation von Emotionen, Beruhigung, Entspannung) sein. 3) Der Copinghandlung folgen eine Neubewertung (reappraisal) der Situation, eine Evaluation der Erfolge bzw. Mißerfolge des Coping. Wichtig in diesem Rückkopplungsmodell ist der Zeitbezug des Copingprozesses: Der Gegenwarts- und der Vergangenheitsbezug betreffen das Überwinden, Tolerieren, Restituieren und Reinterpretieren der als “stressend” erkannten Bedingung (z. B. durch Wahrnehmungsverzerrung, Abwehrmechanismen), während der Zukunftsbezug präventive und Lernprozesse impliziert. Die Wahl der Copingstrategie selbst hängt unter anderem ab vom Unsicherheitsgrad der Situation, von individuellen Wertmustern (“commitments”), von Überzeugungen (“beliefs”), vom Grad der Bedrohung oder der Hilflosigkeit bzw. von der Kontrolle, die man über die Situation ausüben kann.


 
     
 
 
 
     
 
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