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Transaktionsanalyse

 
     
   
Von E.Berne entworfene Lehre, die teilweise auf einer Vereinfachung der Psychoanalyse beruht und untersucht, aus welchen Ich-Zuständen heraus zwei Menschen sich miteinander auseinandersetzen. Jede Handlung in einer solchen Auseinandersetzung gilt als Transaktion (Spiele); die Transaktionen lassen sich einteilen, je nachdem, ob sie aus dem Ich-Zustand des Eltern-Ich, des Erwachsenen-Ich oder des Kindheits-Ich erfolgen. Zwei Eheleute streiten sich: «Nie bist du zu Hause. Immer muß ich mich um alles allein kümmern!» (Eltern-Ich der Frau) - «Wenn du nicht wegen jeder Kleinigkeit ein Theater anfangen würdest, wäre das gar nicht schlimm!» (Eltern-Ich des Mannes). Plötzlich treffen sie ein befreundetes Paar. Man sieht deutlich, wie sich ihr Gesichtsausdruck und ihr Stimmklang verändern, und sie mit den anderen ein Gespräch auf einer Erwachsenen-Ebene beginnen: «Wie geht es euch? Was habt ihr im Urlaub gemacht?» Nach diesem Wechsel im Ich-Zustand der beiden Partner verlaufen ihre Transaktionen auch anders, sobald sie wieder allein sind. Sie fragen sich etwa: «Warum müssen wir uns immer über diesen Punkt streiten? Liegt es vielleicht daran, daß meine Mutter mich oft alleingelassen hat und ich das Gefühl hatte, niemand unterstützt mich?» (Erwachsenen-Ich). Oder: «Jetzt gehen wir aus, essen, tanzen und dann... (ein zärtlicher Blick)!» (Kindheits-Ich). Das Eltern-Ich sind die inneren Stimmen der Eltern, die zum Bestandteil der Verhaltensmöglichkeiten des Kindes geworden sind (analog zum Über-lch). Das Erwachsenen-Ich ist ein «Computer», ein Apparat, der realistisch arbeitet und versucht, die Wirklichkeit genau zu erfassen. Das Kindheits-Ich ist einerseits die natürliche Triebhaftigkeit (das Es), andererseits auch ein Bereich, in dem ursprüngliche Anpassungsformen der Kindheit fortwirken. Die Transaktionsanalyse ist eine wichtige Lehre über das menschliche Sozialverhalten, die gegenüber den weit umfassenderen und schwierigeren Theorien der Psychoanalyse den Vorzug hat, daß ihre Grundprinzipien rasch gezeigt und in der unmittelbaren Beobachtung bestätigt werden können. Sie wird vor allem von Sozialarbeitern und Erziehern in den Vereinigten Staaten ihrer praktischen Arbeit zugrunde gelegt, doch verwendet man sie auch im Bereich der Psychotherapie.
 
     
 
 
 
     
 
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