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Wahrheitsdroge Wahrheitsserum

 
     
   
Stoffe, die einen Rauschzustand bewirken, in dem die bewußte Kontrolle nachläßt und die Beeinflußbarkeit durch Suggestionen und augenblickliche Stimmungen stark erhöht ist. Vor allem Skopolamin und schnellwirkende Schlafmittel auf Barbitursäure-Basis wurden oft verwendet, um Erinnerungen, die unter dem Einfluß großer seelischer Belastungen einer Verdrängung erlagen, wieder ins Bewußtsein zurückzurufen. In dem durch das Rauschmittel erzeugten Zustand ist zwar das kritische Ich geschwächt, doch bleibt der Untersuchte so weit ansprechbar, daß er - ähnlich wie in Hypnose - auf Fragen antworten kann. Im Gegensatz zur Hypnose läßt sich eine solche «Wahrheitsdroge» aber auch ohne den Willen des Betroffenen geben. Dennoch sind die Wirkungen höchst unzuverlässig, wenn mit Hilfe eines solchen Mittels Geständnisse erpreßt werden sollen. Da der Betroffene nicht freiwillig mitarbeitet, kann es ihm durchaus gelingen, den Untersucher zu täuschen; oder aber er wird durch seine gesteigerte Empfänglichkeit für Suggestionen zum Geständnis von Dingen gebracht, die er nie getan hat. Sinnvoll verwendet können diese Mittel, die also keineswegs «Wahrheitsdrogen» sind, nur im Rahmen der sogenannten Narkoanalyse, bei der mit Hilfe von betäubenden Stoffen der Zugang zum Unbewußten des Patienten eher gefunden und dann mit ihm gemeinsam im Wachzustand an der Bewältigung des so ermittelten Erinncrungsmaterials gearbeitet wird.
 
     
 
 
 
     
 
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